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Sportmix Und der Emir liest mit
Sportbuzzer Sportmix Und der Emir liest mit
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00:27 16.01.2015

Da sind acht-, zehnspurige Straßen, wo einem an Ampeln in Dauer-Rot Geduld beigebracht wird. Da sind Wolkenkratzer, architektonische Wunder. Doha ist aber vor allem eins — eine Baustelle. Überall wird gebaut und gebuddelt. So fix, dass man sich fragt, wo denn der Palast da über Nacht hergekommen ist.

Doha ist das Übermorgenland. Auch auf der Fahrt zur WM-Halle, 25 Kilometer vom Zentrum weg. Wir tuckern ins Nichts. Links Wüste. Rechts Wüste. Nach einer gefühlten Ewigkeit taucht am Horizont ein Etwas auf, eine Mischung aus Riesen-Turban und verirrtem Ufo. Das ist nicht ganz allein, denn bei näherer Betrachtung ist da noch eine, nein, die Motorrad-Strecke, auf der Bradl & Co. Gas geben.

Ringsrum Parkplätze für Zehntausende. Arbeiter pflanzen auch noch ein kleines Blumenbeet mit WM-Logo in den Sand. Alles irgendwo im Nirgendwo. Wer hat sich diesen Blödsinn ausgedacht? Der Emir.

Lusail ist Dohas neuer Stadtteil. Noch auf dem Reißbrett — mit Yachthafen, Restaurants, Siedlungen, allem Pipapo. Rund ums Ufo sollen weitere landen, Dohas Olympia-Zentrum. Der Emir will die Spiele in die Wüste holen. Die Handball-WM ist ein erster, ein kleiner Test. Akkreditierung, Sicherheitsschleuse, Medienzentrum mit 800 Plätzen, TV- Flatscreen am Tisch und Kinosaal für Pressekonferenzen — wie London 2012. Top. Bis auf Kleinigkeiten.

Die Shuttle-Busse. Mal fahren sie, mal nicht. Dann dahin, wo keiner hinwill. Mehr als zwei Stunden für 25 Kilometer — alle sind gechillt. Bis auf die Abendländer. Und dann wollen wir auch noch freien Internetzugang, einen direkten Draht in die Heimat-Redaktion. Gibt‘s nicht. Sicherheit, Befehl von oben, hören wir. Aha, der Emir liest mit. Morgen soll es besser werden. Schon gehört: Inschallah tomorrow.



OZ

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