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Volleyball Volleyball mit Stollenschuhen auf einem halben Meter Schnee
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00:00 29.01.2018
Mit viel Manpower und schwerer Technik wurde am Freitag die Spielfläche mit Schnee aus dem Erzgebirge präpariert. FOTOS (4): STEFAN BRÜMMER
Zinnowitz

Ein Wochenende ohne Event auf Usedom? Das geht gar nicht! Auch nicht im sonst so ruhigen Winter. „Wir wollen unseren Gästen und Einheimischen immer etwas bieten“, sagt die Zinnowitzer Kurdirektorin Christine Beyer selbstbewusst. Denn ihr Team hat am vergangenen Wochenende etwas ganz Besonderes an den Ostseestrand geholt: den 1. Zinnowitzer Snow-Volleyball-Cup. Also Volleyball mit Fußballschuhen auf einem halben Meter dicken Schneefeld, so will es dieser junge Trendsport.

Am Zinnowitzer Strand wurde das Spielfeld mit weißer Pracht vom Fichtelberg präpariert / Vier Damen- und vier Herrenteams waren mit dabei

„Ja, es ist ein bisschen verrückt“, gesteht Christine Beyer, „aber wir haben Bock auf dieses tolle, außergewöhnliche Event.“ Allerdings ist es aufwändig. Weil auf Usedom zurzeit kein Winter ist, musste irgendwie Schnee her. Ohne Schnee kein Snow-Volleyball! Die guten Beziehungen zu Oberwiesenthal und zum Gützkower Spediteur Armin Görs, der sechs Sattelzüge voller Schnee vom Fichtelberg nach Zinnowitz karren ließ, lösten das Problem.

Sven Gundlach, technischer Leiter des Eigenbetriebes Kurverwaltung Zinnowitz, hatte am Freitag zusammen mit fleißigen Helfern und schwerer Technik die 14 mal 22 Meter große Schnee-Spielfläche gebaut:

Erst eine Mulde ausgehoben, dann wechselseitig mehrere Schichten Trockeneis und Schnee übereinander gelegt, noch ein wenig chemisch behandelt, Folie rüber – fertig!

Gundlach ist sich sicher, dass das Schneefeld nicht nur die Nächte zum Sonnabend und Sonntag gut überstehen wird. „Ich gehe davon aus, dass man auf der Schneefläche noch in der kommenden Woche spielen könnte“, sagte er am Freitag nach getaner Arbeit.

Am Sonnabend, dem Wettkampftag, war die Fläche top. Vier Herren- und vier Damenmannschaften zeigten den zahlreichen Zuschauern ihr Können. Die meisten der Profis und gelernten Beachvolleyballer kamen aus Berlin; allesamt mit internationaler Erfahrung.

Markus Popp etwa, vom Team Popp/Stadie, war 136-maliger Hallen-Nationalspieler und Olympia-Teilnehmer in Peking und London. Wie alle anderen auch, spielte er zum ersten Mal auf Schnee.

„Snow-Volleyball ist für uns alle ganz neu“, sagte Popp, „aber Volleyball bleibt Volleyball. Allerdings lässt uns der rutschige Untergrund das Spiel neu erleben.“

Popp lobte die gute Organisation und freute sich über die zahlreichen Zuschauer. Die wurden dank Moderator Alex Stuth von Ostseewelle Hit-Radio auch stets gut unterhalten und wem es dann doch zu kalt wurde, der ließ sich im warmen Festzelt beispielsweise eine Modenschau oder die abendliche Party nicht entgehen.

Snow-Volleyball ist jung. Die Idee entstand 2009 in einer Skihütte in den österreichischen Alpen. Im gleichen Jahr fand dort auch der erste Wettkampf mit 1000 Besuchern und einem Rahmenprogramm mit Cheerleadern, Whirlpool und Palmen statt. In Deutschland gab es den ersten offiziellen Wettbewerb Ende März 2012 am Spitzingsee im bayrischen Oberland.

Seitdem geht es aufwärts mit dem Snow-Volleyball, vor allem in schneesicheren Gebirgen. 2015 hat der Europäische Volleyball Verband Snow-Volleyball als offizielle Sportart nach den Regeln des Beach-Volleyballs in sein Programm mit aufgenommen.

Dass der Trendsport auch an der Küste eine Chance haben wird, ist am Wochenende von den Zinnowitzer Gastgebern eindrucksvoll bestätigt worden. „Wir wollen das Turnier auch im kommenden Jahr wieder in unser Seebad holen“, kündigte Kurdirektorin Christine Beyer an. Vielleicht wird dann ja auch auf echtem Zinnowitzer Schnee gespielt.

Stefan Brümmer

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