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WM-Auftakt gegen Polen: Heißes Duell mit spezieller Note

Doha WM-Auftakt gegen Polen: Heißes Duell mit spezieller Note

Schon das erste Spiel kann für die deutschen Handballer viel entscheiden,

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Die Fäuste geballt: Bundestrainer Dagur Sigurdsson beim Training der DHB-Auswahl.

Quelle: Axel Heimken/dpa

Doha. Die Hände vor der Brust verschränkt, schaut Dagur Sigurdsson mit festem Blick in die Runde. Kein nervöses Nesteln an den Händen, keine zittrige Stimme wie bei seinem Vorgänger. Kurz vor dem heutigen WM-Auftakt der deutschen Handballer gegen Polen wirkt der Isländer gelassen. Fragen nach einer etwaigen leeren Halle, dem Hotel-Luxus mit Bett-Blick auf den Persischen Golf oder der Anfangssieben — nichts bringt ihn aus der Ruhe. Auch nicht, dass er auf einer Expertenliste gelesen hat, dass Polen im Ranking die Nummer vier nach Titelfavorit Frankreich, Kroatien und Dänemark ist. „Wir sind auf 16, kurz vor Argentinien. Es liegt an uns, das zu ändern.“ Mehr noch: Sigurdsson vermittelt eine ansteckende Alles-wird-gut-Stimmung: „Wir können hier jeden schlagen. Wenn Abwehr und Torhüterleistung passen, ist alles möglich.“

Für Polen hat er „ein großes Bild“, einen Plan. Denn die Partie ist für Gensheimer & Co. die vielleicht WM-entscheidende, hochexplosiv dazu. Aufgrund einer Historie von Animositäten, die mit dem WM-Gold von 2007 begann. Polen fühlte sich im Finale betrogen. Vor allem ist da aber die verpatzte WM-Qualifikation im Sommer, die den deutschen Handball in eine tiefe Krise gestürzt und Sigurdsson ins Amt gehievt hatte. Dank einer umstrittenen Wildcard sind die Deutschen in Katar doch dabei. Das sorgte für heftige Diskussionen. Mittendrin der deutsche Trainer der Polen, Michael Biegler. Er habe da von einer abgekarteten Sache gehört.

In Doha gibt er sich einsilbig. Das Thema sei raus aus den Köpfen. Von wegen. Die Wildcard spielt mit. „Die Polen sind physisch stark. Wenn du die Nase zu tief in die Abwehr steckst, kann sie auch mal brechen“, sagt Steffen Weinhold. Der Kieler ist einer der Leistungsträger. Wie Außen Patrick Groetzki. Er gibt zu, dass das Spiel eine „besondere Note hat. Das ist Ironie des Schicksals. Wir waren damals auf Augenhöhe mit Polen und sind es auch heute.“

Die gute Vorbereitung mit drei Siegen, dass die jungen Spieler wie Paul Drux (19) gut eingeschlagen haben — all das gebe Selbstvertrauen. Auch der in Island im Billig-Hostel und bei Theaterspielen erweckte Teamgeist. Offiziell wurde als Ziel nur das Achtelfinale ausgegeben. Haben die Deutschen Olympia 2016 — Platz zwei bis sieben kommt in die Qualifikation — bereits abgeschrieben? „Nein, wir müssen erst mal aus der Gruppe rauskommen“, sagt Teammanager Oliver Roggisch. Dort warten noch Russland, Dänemark, Argentinien und Saudi-Arabien. „Ist das geschafft, reicht uns das Achtelfinale nicht.“

TV: heute, 16.30 Uhr, Sky

Gruppe A: Katar - Brasilien 28:23.

Wir waren in der WM-Quali auf Augen- höhe mit Polen und sind es auch heute.“Patrick Groetzki (RN Löwen)

 



Jens Kürbis

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