Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Sportmix Wegner geht auf Distanz zu Abraham
Sportbuzzer Sportmix Wegner geht auf Distanz zu Abraham
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 26.08.2013
Verhaltener Jubel: Arthur Abraham konnte nicht überzeugen.
Schwerin

Als der Schlussgong ertönte, schüttelte Ulli Wegner fassungslos den Kopf. Der Startrainer war sichtlich enttäuscht. Auch bei der Verkündung des Urteils, das seinen Schützling Arthur Abraham klar nach Punkten vorne sah, löste sich die Anspannung nicht. Anstatt sich mit Abraham in boxtypischer Jubelpose für die obligatorischen Siegerfotos zu präsentieren, lehnte Wegner in Gedanken versunken am Seilquadrat.

Der 71-Jährige ging in der Pressekonferenz auf Distanz zu Abraham. „Wenn wir noch mal oben angreifen wollen, muss sich was ändern“, sagte Wegner, ohne ins Detail zu gehen. „Ich muss erst mal Abstand gewinnen.“

Abraham konnte zwar sein Karriereende abwenden, nicht aber an seine glanzvollen Zeiten anknüpfen. Der Deutsch-Armenier boxte gegen den deutlich aktiveren Willbeforce Shihepo aus Namibia viel zu verhalten. „Ich wollte mit ihm keine Schlägerei anfangen, sondern taktisch boxen“, meinte Abraham, der zwar die klareren Treffer landete, aber nicht die Herzen der Fans zurückerobern konnte. Die Zuschauer quittierten den einstimmigen Punktsieg mit lauten Pfiffen.

„Man kann nicht jeden Gegner K.o. schlagen“, sagte der Supermittelgewichtler, der nach seinem 37. Sieg im 41. Profikampf wieder ein klares Ziel vor Augen hat: die WM- Revanche gegen Robert Stieglitz.

Bei der WBO-Tagung in dieser Woche in Budapest will der Sauerland-Boxstall beantragen, dass Abraham offizieller Pflichtherausforderer des Weltmeisters wird.

Im dritten und entscheidenden Kampf gegen seinen Magdeburger Erzrivalen will Abraham „Stolz und Ehre“ zurückgewinnen — doch dafür muss er sich gewaltig steigern. „Er muss nur bringen, was er kann“, grantelte Wegner.

se