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Weltmeisterlicher Vettel rast dem vierten Titel entgegen

Spa Weltmeisterlicher Vettel rast dem vierten Titel entgegen

Demonstration der Stärke beim Grand Prix von Belgien. Jetzt schon 46 Punkte vor dem Spanier Fernando Alonso

Spa. Die Laune war blendend bei Sebastian Vettel. Der Sieg beim Großen Preis von Belgien war der nächste Schritt zum vierten Titel in Folge, und der Weltmeister kam aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Er alberte auf dem Siegerpodest, er umarmte sogar den zweitplatzierten Erzrivalen Fernando Alonso. Sein fünfter Saisonsieg in Spa war eine Machtd emonstration, gleich zum Start aus der Sommerpause ein klares Signal an die Konkurrenz — der Heppenheimer scheint in dieser Saison kaum noch zu bremsen.

„Es war unglaublich, das hätte man in dieser Form nicht voraussehen können“, sagte der 26-Jährige. „Vom Start bis zum Ziel war das ein fantastisches Rennen, wir hatten einen großartigen Speed, haben das Rennen kontrolliert.“ Mit fast 20 Sekunden Vorsprung distanzierte Vettel Ferrari-Pilot Alonso, der sich vom neunten Startplatz vorgearbeitet hatte und wieder erster Verfolger Vettels ist — mit bereits 46 Punkten Rückstand.

Für Pole-Setter Lewis Hamilton im Mercedes reichte es nur zum dritten Platz, Teamkollege Nico Rosberg (Wiesbaden) wurde Vierter. Für den Engländer Hamilton war es ein Rückschlag, zuvor hatte er als größter Konkurrent Vettels gegolten. „Trotzdem ist das ein gutes Ergebnis für uns“, sagte er, „wir selbst haben nicht damit gerechnet, dass wir hier mit Red Bull und Ferrari mithalten können.“ Schlimmer kam es ohnehin für den bisherigen WM-Zweiten Kimi Räikkönen. Der Finne beendete das Rennen nicht und sah damit erstmals seit seiner Rückkehr in die Formel 1 im vergangenen Jahr nicht die Zielflagge.

Wie so oft in Spa hatte das ständig wechselnde Wetter in den Ardennen die Planung der Teams über das gesamte Wochenende erheblich erschwert. Das Qualifying am Sonnabend stand ganz im Zeichen kurzer Regenschauer, zwischen denen die Strecke immer wieder abtrocknete. Auf die Vorhersagen der Meteorologen war dabei nur teilweise Verlass. So war auch für gestern Regen angesagt, der blieb für die Dauer des Rennens jedoch aus. „Zu einem gewissen Teil ist das eine Lotterie“, hatte Vettel vor dem Rennen angekündigt:

„Ich hoffe, dass wir die richtigen Zahlen ziehen.“ Und danach sah es von Beginn an aus. Zum Start blieb Hamilton zwar vorne, doch Vettel nutzte noch in der ersten Runde seine Chance. „Da konnte ich nur zuschauen“, sagte Hamilton. Nach zwei Runden hatte Vettel bereits einen Vorsprung von fast drei Sekunden, der starke Start gab ihm zudem die Möglichkeit, zu taktieren. „Pass auf deine Reifen auf, du brauchst nicht noch mehr Vorsprung“, funkte der Renningenieur.

In der Folge verwaltete Vettel seinen Vorsprung. Hinter Hamilton lag zunächst Rosberg auf Rang drei, den er aber bald abgeben musste. Alonso zeigte wie so oft im Rennen eine deutlich bessere Performance als im Zeittraining. In der letzten Runde wurde es selbst den Männern am Red- Bull-Kommandostand unheimlich. „Bring es nach Hause, bleib von den Randsteinen weg“, lautete der Funkspruch an den „fliegenden“ Champion.

 

Thomas Weitekamp

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