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Sportmix Zwischen Auswahltraum und Abstellgleis
Sportbuzzer Sportmix Zwischen Auswahltraum und Abstellgleis
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00:00 15.11.2013
Rostock

Im Foyer der DKB-Arena hängt eine riesige Fotomontage: Zwei Hansa-Profis jagen auf Wellenkämmen dem Ball hinterher. Die Protagonisten: Sebastian Pelzer (33) und Ronny Marcos (20). Beide haben es derzeit nicht leicht, der eine ist zweite Wahl, der andere gar nur dritte.

Für Rasta-Mann Marcos ist es besonders hart. In der vergangenen Saison, seiner ersten bei den Profis, absolvierte er 17 Pflichtspiele. In dieser Spielzeit saß er nur einmal auf der Auswechselbank — das war‘s. Spielpraxis holt er sich in der Oberliga bei Hansa II. „Keine schöne Situation. Ich kann mich nur durch Leistung empfehlen — etwas anderes bleibt mir nicht übrig“, sagt der Linksfuß, der gerade die ganze Härte des Fußballgeschäfts zu spüren bekommt. Die Sommer-Zugänge Shervin Radjabali-Fardi und Martin Pett haben ihm den Rang abgelaufen.

Für Ronny Marcos ist ein Landespokal-Spiel wie das Viertelfinale morgen (12.30 Uhr) beim Torgelower SV Greif auch ein Hoffnungsfunke. „Man hofft natürlich, mal reingeworfen zu werden“, meint der gebürtige Oldenburger, „und dann heißt es Gas geben“.

Als er dies noch in der 3. Liga durfte, wurden seine Aktionen auch in Mosambik, dem Heimatland seines Vaters, aufmerksam verfolgt. Mit Gerd Engels, dem deutschen Coach der mosambikischen Nationalmannschaft, traf er sich im April in Aachen zu einem Gespräch. Nur ein paar Wochen später hatte Marcos bereits die Flugtickets zu zwei WM- Qualifikationsspielen in der Hand — doch seine Spielberechtigung war nicht rechtzeitig fertig.

Das Debüt für Mosambik ist aus seiner Sicht nur aufgeschoben. „Ich stehe mit dem Verband weiter in Kontakt“, bekräftigt der Mann mit den markanten Rasta-Zöpfen. Er hofft auf die Qualifikationsspiele für dem Afrika-Cup 2015.

Doch erst einmal will Ronny Marcos sportlich wieder in die Spur kommen. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus, eine Luftveränderung ist wahrscheinlich. Bis dahin bleibt ihm nur, was auf dem großen Poster im Stadion-Foyer steht: „Wer aufhört zu kämpfen, hat schon verloren.“ Kai Rehberg

OZ