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Antibiotikaresistente Keime auch in gesunden Hähnchen

Hannover Antibiotikaresistente Keime auch in gesunden Hähnchen

Forscher der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover haben bei vielen gesunden Schlachthähnchen antibiotikaresistente Keime nachgewiesen.

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Wissenschaftler haben bei zahlreichen gesunden Schlachthähnchen antibiotikaresistente Keime nachgewiesen. Foto: David Ebener/Archiv

Hannover. Forscher der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover haben bei vielen gesunden Schlachthähnchen antibiotikaresistente Keime nachgewiesen. Sie untersuchten 120 Proben von geschlachteten Tieren aus vier verschiedenen Herden - bei fast 90 Prozent davon entdeckten sie resistente Bakterien.

Die Untersuchung ist zwar nicht repräsentativ. Nach Einschätzung des Studienleiters Prof. Günter Klein ist sie jedoch „sicherlich ein Hinweis, dass es nicht so selten vorkommt“. Wenn Menschen Fleisch mit antibiotikaresistenten Keimen essen, kann es unter Umständen vorkommen, dass eine Arznei nicht mehr wirkt.

Woher die resistenten Keime kommen, wurde in der Studie nicht untersucht. „Sicherlich ist Antibiotikaeinsatz eine theoretische Möglichkeit“, erklärte Klein. Die Resistenzen könnten aber auch auf die Umgebung zurückzuführen sein. „Stäube und Insekten kommen zum Beispiel als Überträger theoretisch infrage“, sagte der Wissenschaftler. Die Bakterien an sich kämen in jedem gesunden Hähnchen vor, dann könnten sie Resistenzen aufnehmen.

Die untersuchten Schlachthähnchen stammten aus konventionellen Betrieben. Es gab für sie eine „Schlachterlaubnis ohne Auflagen“, das heißt, sie galten als gesund. Ob sie im Laufe ihres Lebens mit Antibiotika behandelt wurden, ist unklar. Jüngst hatten Wissenschaftler aus Hannover herausgefunden, dass ein Masthähnchen in Deutschland im Schnitt an 10 seiner 39 Lebenstage Antibiotika erhält.

Ein Großteil der resistenten Bakterien wird Klein zufolge bei der Schlachtung entfernt. Wichtig sei eine gute „Schlachthygiene“. Es müsse sichergestellt sein, dass die Keime nicht verbreitet werden. Für gesunde Menschen seien die resistenten Bakterien kein Problem, bei Schwerkranken könnten sie aber dazu führen, dass Antibiotika nicht mehr wirken.

Wer in der Küche auf eine gute Hygiene achtet und Fleisch ausreichend erhitzt, hat Klein zufolge aber nichts zu befürchten. Dann würden die Bakterien abgetötet. Die Studie soll dazu beitragen, antibiotikaresistente Keime zu bekämpfen.

Der Bundesrat hatte am vergangenen Freitag strengere Regeln zum Antibiotika-Einsatz in der Tiermast gebilligt. Damit bekommen die Überwachungsbehörden der Länder ab 2014 mehr Kontrollbefugnisse. Dies soll dazu dienen, dass ein geringerer Antibiotika-Einsatz angeordnet wird.

Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Mitteilung

dpa

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