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Infoline West-Nil-Virus: Mückenfallen zur Ursachenforschung
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17:47 31.08.2018
Die Wissenschaftlerin Doreen Walther vom Zentrum für Agrarlandschaftsforschung hängt im Zoo Halle eine Mückenfalle auf.  Quelle: Jan Woitas
Halle

Nach dem bundesweit ersten Nachweis des auch für den Menschen gefährlichen West-Nil-Virus haben Experten im Zoo von Halle zehn spezielle Mückenfallen installiert. Damit wollen sie klären, wie der Bartkauz, der den Erreger trug, infiziert wurde.

„Das West-Nil-Virus kann von verschiedenen Mückenarten auch in unseren Breiten übertragen werden“, sagte Mücken-Expertin Doreen Walther vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (Zalf). Sie will die gefangenen Mücken bestimmen. Anschließend würden sie im Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) auf Viren untersucht.

In Deutschland gebe es etwa 50 Stechmückenarten, sagte Walther. Dabei gelte: „Jede Mücke kann Krankheitserreger aufnehmen, aber nicht jede kann sie übertragen.“

Vor wenigen Tagen war bei einem im Zoo Halle verendeten Bartkauz das West-Nil-Virus nachgewiesen worden. Es ist der erste bekanntgewordene Fall in Deutschland. Das Virus infiziert hauptsächlich Vögel, unter Umständen aber auch Pferde und den Menschen. Infektionen verlaufen bei Menschen meist harmlos, sie können jedoch unter Umständen das Zentrale Nervensystem schädigen und sogar tödlich enden.

Die Mückenfallen bestehen aus Behältern mit Trockeneis, das durch Löcher an der Unterseite verdampft und Kohlendioxid produziert. Dies ist laut Walther der Hauptlockstoff für Mücken. Ein Ventilator erzeugt einen Luftsog, der die Mücken lebend in ein Auffangnetz befördert. „Ich hoffe, in einer Woche mindestens 100 Mücken fangen zu können“, sagte Walther. Je nach Witterung sollten die Fallen bis in den Oktober hinein hängenbleiben.

dpa

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