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22:13 07.03.2018
Nashornmädchen Moana und ihre Mama Kianga in ihrem Gehege im niedersächsischen Hodenhagen. Quelle: Asta Knoth/serengeti-Park
Hodenhagen

Sie wimmern, wenn sie Hunger haben, fauchen als Warnsignal und keuchen, um Hallo zu sagen. Eine Arbeitsgruppe der Tierärztlichen Hochschule Hannover hat erstmals umfangreich die akustische Kommunikation junger Nashörner untersucht.

Die drei Wissenschaftler analysierten für die jetzt im Fachjournal „Plos One“ veröffentlichte Studie die Lautäußerungen von acht Südlichen Breitmaulnashörnern in den Zoos von Augsburg und Dortmund sowie im Serengeti-Park Hodenhagen nördlich von Hannover. Grundlage der Arbeit waren rund 164 Stunden aufgezeichnetes Audio- und Videomaterial.

Eines der Jungtiere wurde per Hand aufgezogen, es verfügte aber schon im Alter von zwei Monaten über das gleiche Repertoire an Rufen wie die unter Rhinozerossen aufgewachsenen Kälber. „Wir haben Anhaltspunkte, dass es bei der akustischen Kommunikation eine starke angeborene Komponente gibt“, sagte Hauptautorin Sabrina Linn.

Die Wissenschaftler unterscheiden bei den kleinen Dickhäutern vier verschiedene Rufe, nämlich Wimmern, Schnauben, Fauchen und Keuchen. Das Wimmern ist Linn zufolge eher ein Quieken und erinnert an Walgesänge. Es werde vor allem geäußert, wenn das Kleine Kontakt zur Mutter aufnimmt, meist vor dem Säugen. In einem kürzlich veröffentlichten und schon zehntausendfach im Internet geklickten Video ist ein wimmerndes Nashorn-Baby in Südafrika zu sehen, das vergeblich versucht, seine von Wilderern getötete Mutter zu wecken.

Allein im vergangenen Jahr wurden in Südafrika wieder mehr als 1000 Rhinozerosse illegal getötet, vor allem in Asien ist das Horn wegen seiner vermeintlich heilenden Wirkung gefragt. Dabei besteht es aus dem gleichen Material wie Fingernägel. In Südafrika leben derzeit noch etwa 20 000 Exemplare des Südlichen Breitmaulnashorns und rund 5000 Spitzmaulnashörner. In Asien wurden die Tiere fast ausgerottet, dort gibt es nach Schätzungen nur noch etwa 3500 Exemplare.

Über das Sozialsystem der hochbedrohten Nashörner sei noch nicht so viel bekannt, sagte Linn. Die Erkenntnisse über die innerartliche Kommunikation seien auch wichtig für die Zucht und Haltung in Deutschland. Im Serengeti-Park Hodenhagen, dessen Stiftung die Untersuchung gefördert hat, leben derzeit zehn Südliche Breitmaulnashörner, davon drei Jungtiere. Seit Jahrzehnten wird die Art dort erfolgreich gezüchtet.

Neben dem Wimmern äußerten die zwischen einem Monat und vier Jahre alten Dickhäuter häufig ein Schnauben - etwa beim Fressen oder beim Suhlen. Ob dieses Schnauben eine bestimmte Funktion hat, konnten die Forscher nicht klären. Das Fauchen benutzten die Jungtiere als Warnsignal, wenn sich Artgenossen oder andere Tiere näherten. Das Keuchen sei vermutlich ein Kontaktruf bei Begegnungen mit anderen Nashorn-Gruppen, erklärte Linn.

dpa

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