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Staubteilchen von jenseits des Sonnensystems identifiziert

Berkeley/Mainz Staubteilchen von jenseits des Sonnensystems identifiziert

Erstmals haben Forscher Staubteilchen untersucht, die vermutlich aus dem interstellaren Raum stammen.

Berkeley. Erstmals haben Forscher Staubteilchen untersucht, die vermutlich aus dem interstellaren Raum stammen. Die Analyse der insgesamt sieben Partikel zeigt, dass der Staub außerhalb unseres Sonnensystems vielfältiger ist als bisher angenommen.

Das berichtet das internationale Team um Andrew Westphal von der University of California in Berkeley in der Fachzeitschrift „Science“. „Es ist das erste Mal, dass wir neuzeitlichen interstellaren Staub auf der Erde untersuchen konnten“, sagt Koautor Peter Hoppe vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz.

Die Proben hatte die 1999 gestartete Sonde „Stardust“ 2006 zur Erde gebracht. Sie sollte zusätzlich auch Staub des Kometen „Wild 2“ sammeln. Dazu trug sie auf der Oberseite einen Partikelsammler in Form eines Tennisschläger-großen runden Gitters. Die Streben des Gitters waren mit Aluminiumfolie umwickelt, in den Zwischenräumen befand sich ein spezieller Glasschaum.

Bislang fanden die Forscher vier Partikel in der Alufolie und drei im Glasschaum. Überraschend sei, dass drei der sieben Körnchen Schwefel enthielten, schreiben die 66 Forscher. Das war zuvor von manchen Astronomen bezweifelt worden. Auch seien die meisten Partikel leichter als erwartet. Die beiden größten Teilchen enthielten außerdem das kristalline Mineral Olivin, ein Magnesium-Eisen-Silikat. Das könne bedeuten, „dass diese Partikel von einer Scheibe um andere Sterne stammen und im interstellaren Raum verändert wurden“, sagt Westphal.

Die Suche nach den Teilchen war schwierig, weil selbst die größten davon nur zwei Tausendstel Millimeter groß sind. Um diese Nadeln im Heuhaufen zu entdecken, starteten die Wissenschaftler das Projekt „Stardust@home“. Via Internet suchten weltweit mehr als 30 000 Freiwillige, sogenannte Dusters, mehr als eine Millionen Bilder systematisch nach kleinsten Spuren von Einschlägen ab.

Um interstellare Partikel zu erkennen, schätzten die Forscher auch deren Aufprallgeschwindigkeit anhand der Krater im Material. Ein Teilchen war vermutlich mit einer Geschwindigkeit von mehr als 15 Kilometer pro Sekunde (etwa 54 000 Kilometer pro Stunde) unterwegs und verdampfte beim Aufprall. Aus den Spuren am Kraterrand folgern die Wissenschaftler, dass es womöglich Silizium und Kohlenstoff enthielt.

Die Untersuchungen werden weiter fortgesetzt, da Alufolie und Glasschaum bei weitem noch nicht vollständig abgesucht wurden. Daran können sich die Dusters auch weiterhin beteiligen. Westphal erwartet, dass noch mehr als ein Dutzend Staubkörnchen von außerhalb des Sonnensystems ermittelt werden. Die Forscher erhoffen sich davon weitere Einblicke in die Entstehung unseres Sonnensystems.


Stardust



dpa

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