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Gute Nachricht 2017 Ein Pastor trägt den Glauben zum Menschen
Thema Specials Gute Nachricht 2017 Ein Pastor trägt den Glauben zum Menschen
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16:58 08.12.2017
Hatte passend zum Reformationsjubiläum eine gute Idee: Pastor Steffen Paar (37). Quelle: Foto: Ulf Dahl
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Sülfeld

Passend zum Reformationsjubiläum hat Steffen Paar (37) eine ungewöhnliche Idee. Um die Lebenswelten seiner Mitmenschen besser kennenzulernen, bietet er zwölf Monate lang seine Arbeitskraft zum Nulltarif an. Einzige Bedingung: Es muss Zeit sein, über Gott und die Welt zu reden.

Er tauft die Aktion „Pastor to Go“ und zieht mit viel Neugier in seiner schleswig-holsteinischen Gemeinde Sülfeld (Kreis Segeberg) los. Mit dabei in seinem Herzen: die gute Nachricht, das Evangelium von Gott. Was er in den Häusern der Menschen erlebt, bewegt ihn tief und zeigt ihm, dass es überall gute Nachrichten gibt. Eigentlich muss man nur offen dafür sein.

Der Mensch hinter dem Pastor

„Es ist nicht einfach, als Mensch hinter der Rolle als Pastor spürbar zu bleiben“, erzählt Pastor Steffen Paar in seinem schnuckeligen Pastorat aus dem Jahre 1773. „Ein Taufgespräch ist für mich ein sicheres Ding. Aber vor einem unbekannten Haus zu stehen und gleich mit Fremden etwas zu machen, sorgt für Unsicherheit. Aber in den Häusern entsteht ein Schutzraum. Dort Mensch zu sein, ist dann gar nicht schwer.“

Wundervolle Begegnungen erlebt er, während er mit wildfremden Menschen Marmelade kocht, das Bad putzt oder Blumenzwiebeln pflanzt. „Ich fühle mich als Teil eines großen Ganzen , in dem wir alle verbunden sind und uns gegenseitig bereichern“, so Paar. Wenn er dann Wochen und Monate später hört: „Ach, den kenn‘ ich, mit dem hab‘ ich schon die Toilette geschrubbt“, geht ihm das Herz auf.

Jung, dynamisch – und schwul

Dabei war es ein herausfordernder Beginn für Steffen Paar in der Gemeinde, in der rund 2000 evangelische Christen leben. Als er sich am 3. Advent 2014 mit einer Predigt zum Thema „Türen“ vorstellt, ist die Pastorenstelle seit zwei Jahren unbesetzt. Nun kommt einer aus dem Schwarzwald, jung, dynamisch und schwul. Und bittet darum, dass ihm die Tür geöffnet und er eingelassen wird.

Er bekommt die Stelle, zieht mit seinem Lebenspartner ins alte Pastorat, heiratet wenig später und versucht, den Glauben zu den Menschen zu tragen. Dabei geht er gern neue Wege. So setzt er sich ab und zu auf den Marktplatz mit Bierbank und Kaffee oder geht mit Aktionen wie „Pastor to Go“ auf die Menschen zu. Auf die Frage, ob er Kirche modernisieren und attraktiver machen möchte, schmunzelt Paar: „Das denken viele. Aber meine Sendung ist das nicht. Ich lebe Kirche so, wie sie in meinen Träumen ist, und hoffe, dass das ausstrahlt. Eine Gemeinschaft, in der sich jeder willkommen fühlt. Menschen, zu denen ich kommen kann und die sich auf den Weg zu mir machen. Mit Jubeln und Lachen. Mit viel Trost und Schweigen. Und in der Mitte Raum für Gott. Und für heilige Worte, stammelnde Gebete, Klage und tanzende Seelen.“

Kristiane Backheuer

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