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Gute Nachricht 2017 Polizisten, die Wärme spenden
Thema Specials Gute Nachricht 2017 Polizisten, die Wärme spenden
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16:58 08.12.2017
Glücklich: das Ehepaar Ursula (76) und Heinz- Joachim Wiebe (82). Quelle: Foto: Samantha Franson
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Schloß Ricklingen

Das Gute kommt manchmal verspätet. So war es bei Ursula und Heinz-Joachim Wiebe aus Schloß Ricklingen bei Hannover. Aus einem geplatzten Reifen ist für die beiden eine Erinnerung an etwas Schönes erwachsen: die wärmenden Hände, Worte und Taten der Polizisten. „Sie sind wirklich unser Freund und Helfer“, hat Ursula Wiebe noch auf dem Standstreifen der Autobahn zu ihnen gesagt – und damit wiederum den Beamten, die sich bei ihren Einsätzen oft verunglimpft sehen, eine große Freude gemacht.

Ein Sonnabend im Oktober: Im dichten Ferienverkehr auf der A 1 trüben Dunst und Regen die Sicht. Ursula Wiebe und ihr Mann haben sind dem Rückweg von einem Kurzurlaub an der Ostsee, als plötzlich „der Pkw vor mir nach links ausschert“, erinnert sich die 76-Jährige. „Gleich danach sah ich, warum: ein schwarzer Gegenstand auf der Fahrbahn.“

Zum Ausweichen ist es zu spät

Zum Ausweichen ist es zu spät. Sie umklammert das Lenkrad und hält die Spur. Es knallt, als an ihrem Ford der rechte Vorderreifen platzt. „Halt an!“, ruft ihr Mann vom Beifahrersitz aus, und kurz darauf kommt das Auto auf dem Seitenstreifen zum Stehen.

Hier wird das Ehepaar die nächsten zwei Stunden im strömenden Regen verbringen. Da die Fahrerin ihre Tür wegen des vorbeirauschenden Verkehrs nicht öffnen kann, muss zunächst ihr Mann aussteigen. Das dauert, denn der 82-Jährige kann wegen einer Nervenkrankheit seine Beine nur noch sehr mühsam bewegen. Mehrere Polizeiautos sausen mit Blaulicht vorbei. Wie die 76-Jährige später erfuhr, hat die Polizei die Unfallstelle auf dem Standstreifen als gesichert eingestuft und andere Prioritäten gesetzt.

Anrufe wegen eines vermeintlich „Irren“

Erst als Heinz-Joachim Wiebe, zunehmend entkräftet, die Geduld verliert, ein Hemd an seinen Stock bindet und damit den vorbeirauschenden Autofahrern winkt, kommt Bewegung in die Sache. Bei der Polizei gehen mehrere Anrufe wegen eines vermeintlich „Irren“ ein.

Es dämmert schon, als die Autobahnpolizei hinter dem Ford hält. Das ist der Moment, der das Ehepaar für die grässlichen vergangenen zwei Stunden entschädigt. Denn der Polizist nimmt die zitternden Hände des Mannes, reibt sie warm und versichert: „Die halte ich, bis Sie nicht mehr zittern.“ „Wie ein Geschenk“ hat Ursula Wiebe diesen Moment empfunden. „Es war einfach nur schön.“

Gabriele Schulte

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