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Bad Doberan Glücks-Momente schaffen
Thema Specials Helfen bringt Freude Bad Doberan Glücks-Momente schaffen
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11:30 05.12.2017
Mandy und Maik schauen sich alte Fotos von Ausflügen und Urlauben an. Quelle: Foto: Anja Levien
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Kirch Mulsow/Bad Doberan

Der Besuch der Sommerrodelbahn in Bad Doberan, der Ausflug ins Schwimmbad nach Wismar oder der Urlaub an der Nordsee – für die Bewohner der Wohnstätte der Lebenshilfe in Kirch Mulsow sind das ganz besondere Ereignisse, die sie sich nicht oft leisten können. Die 24 Frauen und Männer haben eine Behinderung, sind auf Betreuung angewiesen. Alles, was sie in ihrer Freizeit unternehmen, muss geplant werden und sie müssen es von ihrem kleinen Taschengeld bezahlen. Mit der Weihnachtsaktion Helfen bringt Freude möchte die OSTSEE-ZEITUNG in diesem Jahr deshalb den Verein „Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung des Kreises Bad Doberan“ unterstützen, der die Wohnstätte in Kirch Mulsow betreibt. Zudem hat der Verein auch eine Frühförderstelle in Bad Doberan aufgebaut, die Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und Behinderungen unterstützt. Auch diesen Jungen und Mädchen möchten wir in diesem Jahr helfen.

Spendenkonto

Das Spendenkonto bei der Ostseesparkasse Rostock:

Empfänger:

Lebenshilfe Bad Doberan

IBAN:

DE60130500000202666611

Bic: NOLADE21ROS

Spendenzweck: OZ-Weihnachtsaktion Helfen bringt Freude.

Alle Spender werden mit Namen

veröffentlicht. Sollten Sie dies

nicht wünschen, vermerken Sie

dies auf der Überweisung. Für eine Spendenquittung bitte Adresse mit angeben.

Maik lacht, wenn er an den Urlaub in Plau am See zurückdenkt. Im Affenwald habe sich ein Affe am Rucksack von Michi zu schaffen gemacht, erinnert sich der 39-Jährige. Er erzählt gern von den Ausflügen und Urlauben, die er mit der Wohnstätte schon unternommen hat. In Zinnowitz auf Usedom seien sie gewesen. „Einen Tag waren wir in Polen, haben uns Swinemünde angeschaut“, sagt er. Und was war am besten am Urlaub? „Das Buffet“, antwortet Mandy. „Das war immer so lecker.“ Man habe sich gar nicht entscheiden können, was man essen möchte, ergänzt Maik und schaut auf das Urlaubsfoto vor ihm.

Geringes Einkommen

Zwischen 250 und 300 Euro müssen die Bewohner für den Urlaub zusammensparen, sagt Monika Paulicks, Vorsitzende des Vereins „Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung des Kreises Bad Doberan“, die die Wohnstätte ins Leben gerufen hat . Keine leichte Aufgabe. Die Bewohner verfügten nur über ein sehr geringes Einkommen. Um den Urlaub finanzieren zu können, müssen sie auf anderes verzichten. „Es ist nicht selbstverständlich, dass in den Urlaub gefahren wird. Das ist ein besonderes Erlebnis und das genießen sie auch“, so Monika Paulicks. Urlaub, Ausflüge, Freizeitaktivitäten – ohne Spenden wäre eine Abwechslung im Alltag nur eingeschränkt möglich. Deshalb brauchen die Bewohner Ihre Hilfe, liebe Leser.

In Stralsund, auf Usedom, in Plau am See, in Schwerin und im Sauerland waren sie schon. Am ersten Urlaubstag werde entschieden, was die Woche über gemacht wird, erzählt Ingrid Hellmich, Leiterin der Wohnstätte. „Sie lieben Schiffsfahrten und Essengehen.“ Jedes Jahr fahren die Betreuer mit den Bewohnern in den Urlaub. Für die Reisen werden sie in zwei Gruppen aufgeteilt – je nach Betreuungsgrad – sodass jeder alle zwei Jahre wegfährt. „Im April 2018 soll es in die Lüneburger Heide gehen“, sagt Ingrid Hellmich.

Dorthin wird auch Mandy mitfahren. Für sie sei es Erholung. Im Kröpeliner Michaelswerk arbeite sie von 8.30 Uhr bis 15.30 Uhr, packt Stecker, CDs oder Flyer ein. „Wir haben viel zu tun“, sagt sie.

Die Vorfreude auf die freien Tage ist schon da: „Ich freue mich, wenn wir in der Lüneburger Heide ankommen und keiner vorher krank wird.“

Wohnstätte seit 1995

Seit 1995 gibt es die Wohnstätte in Kirch Mulsow. 13 Bewohner leben von Anfang an hier. „Unser Interesse ist es, den Bewohnern ein Zuhause zu geben“, sagt Monika Paulicks. „Sie sollen im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein frohes und erfülltes Leben führen können. Unsere jungen Leute können manches nicht, aber sie haben andere Stärken“, so Monika Paulicks. „Sie nehmen Rücksicht aufeinander. Das wurde auch schon oft von Außenstehenden im Urlaub festgestellt“, erzählt Ingrid Hellmich. Wenn einer etwas hat, dann wird er getröstet. Es sei ein Geben und Nehmen.

Der Verein hat nicht nur die Wohnstätte in Kirch Mulsow ins Leben gerufen. In Bad Doberan gibt es seit 26 Jahren auch eine Frühförderstelle. Hier werden Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und Behinderungen gefördert. Damit die Kinder Selbstvertrauen aufbauen und sehen, wo ihre Stärken liegen, wird Material zur Förderung der Sprache, Konzentration und Kognition benötigt. „Mit diesem didaktischen Lernmaterial können wir verschiedene Aufgaben machen und Unterschiedliches fördern“, sagt Sylvia Falkenthal, die zusammen mit Doreen Brekenfelder in der Frühförderstelle in der Querstraße arbeitet. Wir bitten Sie, liebe Leser, um Ihre Unterstützung. Jede noch so kleine Spende hilft, damit Menschen mit geistiger Behinderung Glücksmomente erleben und Kinder mit Defiziten gefördert werden. Vielen Dank.

OZ-Leser helfen seit 26 Jahren

1992 rief die Lokalredaktion zum ersten Mal zur Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ auf. Damals ging es darum, Spielzeug für das Kinderheim in Kröpelin anzuschaffen. Ein Jahr später unterstützten die Leser die Selbsthilfegruppe Krebs der Arbeiterwohlfahrt. 1994 konnte Geld für die Wohnstätte der Lebenshilfe in Kirch Mulsow gesammelt werden, 1995 für das Frauenhaus in Kröpelin. In den darauffolgenden Jahren wurde das Kinder- und Jugendhaus „Min to Hus“ in Kühlungsborn, das Kinderheim in Rerik, das Förderzentrum für verhaltensgestörte Kinder, der Weiße Ring, die psychologische Beratungsstelle des Landkreises, die DRK-Kita „Buchenbergzwerge“, das Doberaner Kornhaus, der Verein Brotkorb, die Suppenküche, der Arbeitslosentreff in Bad Doberan und die Außenstelle in Neubukow, der Internationale Bund sowie die Jugendfeuerwehren unterstützt. Im vergangenen Jahr kamen 27295 Euro für den Verein Tafel Bad Doberan zusammen.

Anja Levien

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