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Lena-Maries sehnlichster Wunsch: „Ich will weiter Trompete spielen“

Bad Doberan Lena-Maries sehnlichster Wunsch: „Ich will weiter Trompete spielen“

Die Mutter der Elfjährigen ist Opfer eines Pfusch-Arztes. Darunter leidet auch das Kind. Der Weißer Ring will helfen.

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Lena-Marie zeigt Anne-Dore Weber vom Weißen Ring ihre Trompete. Gern möchte sie das Instrument weiter spielen lernen.

Quelle: Renate Peter

Bad Doberan. Sie habe kein richtiges Leben mehr . Und auch Hobbys könnte sie nicht mehr nachgehen, sagt Cathleen Augustin. Ihre Tochter legt der 29-Jährigen die Hand behutsam auf den Arm. „Ich bin doch Dein Hobby“, sagt die elfjährige Lena-Marie leise und schaut die Mutter an. Die 29-jährige Cathleen Augustin gehört zu den Opfern des Pfusch-Arztes Thomas M. Vor sieben Jahren hatte er sie operiert, seitdem ist sie halbseitig gelähmt, die Blase funktioniert nicht richtig, im Bauch fließt über eine Pumpe Morphium in den Körper. Darunter leider auch die Tochter.

Cathleen Augustin und Lena-Marie werden durch den Weißen Ring Bad Doberan betreut. „Ich bin seit zehn Jahren im Weißen Ring, aber noch nie ist mir ein Fall so unter die Haut gegangen“, sagt Betreuerin Anne-Dore Weber aus Kühlungsborn.

Da der Arzt pleite ist, hat die junge Mutter kaum Hoffnung auf Entschädigung. „Die Operation hat mein ganzes Leben verändert“, sagt sie traurig. Sie stand kurz vor dem Abschluss ihrer Erzieher-Ausbildung, als eine Bandscheiben-OP ihre Welt zum Einsturz brachte. Ihr Mann wollte nicht mit einer kranken Frau leben, ließ sie und die Tochter im Stich. Scheidung. Viele Kontakte brachen ab. Cathleen Augustin weiß nicht, was morgen ist. Sie leidet ständig unter Schmerzen, hatte inzwischen drei weitere Bandscheibenvorfälle. „Einziger Halt ist die Familie“, sagt die junge Frau. Seit zwei Jahren ist Cathleen Augustin wieder verheiratet. Der Mann gibt ihr Kraft. Vor allem aber ihre Tochter. Sie möchte ihrem Kind mehr geben: „Lena-Marie muss mehr ertragen als andere Kinder.“

Sie möchte ihrer Tochter deshalb ihren sehnlichsten Wunsch erfüllen: ein Musikinstrument lernen. Die Elfjährige zeigt stolz ihre Trompete. Seit August besucht sie die Warnemünder Ecolea-Schule, lernt in einer Bläser-Klasse. Die 23 Schüler lernen zweisprachig, beispielsweise Geographie auf Englisch. Obwohl die junge Mutter sich die Privatschule mit ihrer Erwerbsunfähigkeitsrente eigentlich nicht leisten kann, versucht sie es. „Ich möchte dort so gern bleiben“, sagt Lena-Marie.

Die Familie kann bereits einen reduzierten Tarif in Anspruch nehmen. Doch: Im September war Klassenfahrt, Schul- und Essengeld sind zu bezahlen. Allein schafft es die Familie nicht. Der Weiße Ring hatte für ein halbes Jahr das Schulgeld übernommen. Jetzt wird dringend ein weiterer Sponsor gesucht.

Cathleen Augustin ist für die Hilfe sehr dankbar. „Das ist nicht selbstverständlich. Was da im Verein gerade im Hintergrund für ehrenamtliche Arbeit geleistet wird, ist nur lobenswert.“ Es sei alles sehr unkompliziert und unbürokratisch gewesen, erzählt sie. „Was Frau Weber und die anderen Mitarbeiter für uns seit einem knappen Jahr getan haben, ist einfach großartig“, sagt sie. Lena-Marie lächelt. Sie freut sich auf den 15. Dezember. Dann tritt sie mit ihrer Trompete das erste Mal im Konzert auf. Im Orchester. In der Warnemünder Kirche gibt es ein Weihnachtskonzert.

Trompete hat Lena-Marie ganz neu gelernt. „Vorher habe ich mal Melodica gespielt“, erzählt das blonde Mädchen. Dabei liege Musik gar nicht in der Familie. Die junge Mutti war Sportlerin, spielte Handball beim HC Empor Rostock. Dreimal die Woche Training. Auch Lena-Marie machte anfangs gern Sport, dann in der Grundschule war sie bekannt für ihre hohe Stimme beim Singen. Jetzt hat sie ihre Liebe für Trompete entdeckt. Sie möchte weiter spielen lernen. Das ist ihr sehnlichster Wunsch. Aber ohne finanzielle Hilfe wird es nicht gehen. Ein Sponsor für den weiteren Schulbesuch mit Musik wäre für Lena-Marie wohl das schönste Weihnachtsgeschenk. Spenden Sie, liebe Leser, damit der Weiße Ring auch weiterhin Opfern wie Familie Augustin helfen kann.

Weitere Spenden werden gebraucht
Knapp 5000 Euro wurden bisher auf das Konto des Weißen Ringes überwiesen. Ein Dankeschön gilt allen bisher 95 Spendern. Unter anderem:

Matthias und Janet Hickisch, Heike John, Dorothea und Werner Kruth, Diana Stübs, Karina Klein, Franz und Irmtraud Becker, Gudrun Kutz,Thomas Erwin Fuchs, Margit Lucas, Marion Kraemer, Birgit Trader, Elfriede und Horst Fleckenstein, Handwerker- und Gewerbeverein Bad Doberan, Sieglinde und Johannes Großmann, Hannelore Stade, Ingeborg Türk, Helga und Klaus-Dieter Kubernuß, Irmgard Hartwig, Hubert Lippert, Kristina Hupfer, Helga Vick, Karin Voth, Bodo Roder, Cornelia Nolting, Uta Ehlers, Maria Muehlau, Margret Seydel, Ilse und Erwin Kohrt, sowie einanonymer Spender.
Spendenkonto:

Empfänger: Weißer Ring e. V.

OstseeSparkasse Rostock;

IBAN: DE04130500000202050505
Zweck: Spende: OZ-Weihnachtsaktion

 



Renate Peter

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