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Greifswald Größter Wunsch: Leben ohne Schmerz
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00:05 02.12.2017
Mutter Mandy Zentner kümmert sich hingebungsvoll um ihren Sohn Jan Luca. Der spielt gerne mit einem Stoffelefanten, den er seit Babytagen hat. Und die Plüsch-Robbe des Kinderhospizvereins hat es dem Elfjährigen auch angetan. Quelle: Foto: Cornelia Meerkatz
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Greifswald

Jan Luca Zentner ist ein freundlicher Elfjähriger aus Stralsund. Wer ihn sieht, ahnt nicht, dass der Junge seit sieben Jahren schwer krank ist und schlimme Schmerzen ertragen muss. Im Alter von vier Jahren wurde bei ihm ein Pseudotumor cerebri festgestellt. „Das ist ein Scheintumor im Kopf, der unerträglichen Höhlendruck verursacht“, erläutert Mandy Zentner, Lucas Mutter. Doch damit nicht genug: Ihr Kind bekam dazu noch einen besonderen Gendefekt, durch den fast alle inneren Organe ganz schnell an Krebs erkranken können. Normalerweise erleiden nur Frauen zwischen 25 und 40 mit besonders starkem Übergewicht diese Krankheit, berichtet die Mutter. In ganz Deutschland gibt es aber auch 19 Kinder, die an diesem seltenen Gendefekt leiden. Jan Luca ist eines von ihnen.

Jan Luca (11) leidet unter Pseudotumor und Gendefekt / Hospizverein unterstützt ihn

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Die Daten des Spendenkontos bei der Sparkasse Vorpommern lauten:

Empfänger: Förderverein Kinderhospiz Leuchtturm

IBAN: DE88 1505 0500 0000 0515 51

Verwendungszweck: Helfen bringt Freude

Wahnsinnige Kopfschmerzen führen zu Übelkeit

Durch seine Krankheit ist der Junge total eingeschränkt: Er musste mehrere große Operationen über sich ergehen lassen, trägt mittlerweile drei Ventile im Kopf. Am 20. Dezember 2010 wurde er in einer Not-Operation am Kopf gerettet, „sonst wäre mein Kind nicht mehr am Leben“, schildert Mutter Mandy. Doch nach wie vor leidet Jan Luca an wahnsinnigen Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, muss deshalb mindestens zweimal pro Woche von seiner Mutter aus der Schule abgeholt werden. Jeweils einmal pro Woche muss er zur ärztlichen Kontrolle ins Universitätsklinikum nach Greifswald und ins Bonhoeffer-Klinikum nach Neubrandenburg. Mandy Zentner kann deshalb keiner Arbeit nachgehen. „Ich sitze immer auf dem Sprung, ob ich ihn abholen muss“, berichtet sie.

Trotz all dieser Widrigkeiten und Einschränkungen müht sich Jan Luca um beste Zensuren. Er geht in die 6. Klasse eines Stralsunder Gymnasiums, muss durch die krankheitsbedingten Ausfälle immer viel nachholen. „Allerdings nehme ich ihn spätestens am Schuljahresende dort raus, dann geht er wieder zur Regionalschule. Seine Mitschüler nehmen auf einen wie Luca keine Rücksicht, dort geht es leistungsmäßig und in der Pause knallhart zur Sache“, beschreibt Mandy Zentner die Situation. Die 30-Jährige hegt keinen Groll gegen die anderen Schüler, das sei eben einfach so. Durch die jetzt einsetzende Pubertät werde das aber noch verschärft, sagt sie.

Hoffen, dass die Hypnose anschlägt

Durch eine Freundin erfuhr sie vom Greifswalder Kinderhospizverein, kontaktierte ihn – und nahm die angebotene Hilfe gerne an. So kann sie jetzt mit ihrem Sohn zur Hypnose gehen. Eine ehrenamtliche Begleiterin bietet diese Therapie an. Kindern kann dadurch die Angst vor den vielen Spritzen und Medikamenten genommen werden. „Ich hoffe sehr, dass es auch bei Luca anschlägt“, sagt die Mutter, die sich an jeden Strohhalm klammert, wenn es um das Wohlbefinden und die Gesundheit ihres Kindes geht. Einen Erholungsurlaub konnten sich die Zentners aber wegen der Krankheit bisher nicht erlauben. Jan Luca soll aber trotzdem so viel Freude wie möglich haben. Seine Begeisterung fürs Schwimmen – er hat das Schwimmabzeichen in Bronze – und fürs Keyboardspielen trägt dazu ganz sicher bei. Außerdem ist er ein großer Lego-Fan, baut die kompliziertesten Dinge nach und liest viel in den Lego-Büchern. Oft seien bei Familie Zentner auch viele Kumpels von Luca zu Hause, um mit ihm zu spielen. Wenn es dem Elfjährigen gar nicht gut geht, dann kuschelt er sich an seinen Lieblingselefanten, den er schon seit dem Babyalter hat. „Sieht schon ziemlich mitgenommen aus, aber er liebt ihn sehr“, sagt die alleinerziehende Mutter.

Als er die vielen Plüschtiere des Kinderhospizverein sieht, ist Jan Luca hin und weg. Mit der Therapierobbe schmust er gern, jetzt hat er vom Rostocker Charityclub einen großen Plüschhund geschenkt bekommen (ein echter Hund ist nicht drin), für den er einen Namen sucht. Zu Weihnachten hat er neben einigen kleineren auch einen großen Herzenswunsch: „Ich wäre so gerne gesund“, sagt er – und lächelt dann für einen Elfjährigen viel zu verständnisvoll den Kummer weg. Leise sagt er : „Ich weiß schon, dass es nicht geht, aber schön wäre es schon.“

Cornelia Meerkatz

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