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Greifswald „Maxi wird immer bei uns sein“
Thema Specials Helfen bringt Freude Greifswald „Maxi wird immer bei uns sein“
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00:00 06.12.2017
Sandra Lange hat zwei starke Männer an ihrer Seite: Sohn Samuel (l.) und Partner Stefan Hoppe. FOTOS (2): CORNELIA MEERKATZ
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Greifswald

Ihre Söhne Maximilian und Samuel – für Sandra Lange waren und sind sie das Allerwichtigste im Leben. Maxi, wie sie ihren Großen liebevoll nennt, ist nicht mehr bei ihnen. Vor drei Jahren, am 15. November, starb er. Sein ganzes Leben war Maxi krank, er litt an Muskelschwund und an der Glasknochenkrankheit. „Ich wusste, dass er nicht älter als 20 Jahre wird“, sagt Sandra Lange.

Kinderhospizverein half Sandra Lange in der schweren Zeit nach dem Tod ihres Sohnes

Geblieben ist der 38-Jährigen Samuel, ihr Kleiner. Der 16-Jährige überragt seine Mutter längst. Mit Sandras Partner Stefan Hoppe hält die kleine Familie fest zusammen. Die Erinnerungen an Maxi halten alle gemeinsam wach. Sie erzählen von ihm, schauen Fotos, stehen vor der kleinen Gedenkecke in Maxis früherem Zimmer. Die Zeit jetzt um Weihnachten fällt der Mutter besonders schwer: Am 26. Dezember würde ihr Sohn 20 Jahre alt werden. „Wir werden mit 20 blauen Rosen auf den Friedhof gehen. Blau war seine Lieblingsfarbe“, sagt Sandra Lange. Erstmals seit dem Tod ihres Sohnes bleibt die junge Frau in diesem Jahr in Greifswald. „Vorher bin ich mit Samu immer regelrecht geflüchtet. Nur weg. Wir sind immer erst im neuen Jahr zurückgekommen“, berichtet sie. Doch nun wollte Samu bei seinen Freunden sein. „Ich verstehe ihn, kann ja auch nicht immer weglaufen“, sagt sie dann und Tränen schimmern in ihren Augen. Stefan, der Mann an ihrer Seite, steht ihr bei. „Wir schaffen das zusammen, Sandra lacht doch eigentlich gerne“, sagt er.

Sandra hob ihren Sohn hoch und tanzte mit ihm

Das kann sie auch schon wieder, wenn sie von Maxi erzählt. „Er war ein lebensfroher Junge, liebte Musik und tanzte so gern“, erinnert sich die Mutter. Als er durch seine Krankheit nicht mehr allein stehen konnte, habe sie, das zierliche Persönchen, ihn oft einfach hochgehoben und dann mit ihm getanzt. Das sei wundervoll gewesen und habe dem Jungen riesige Freude bereitet. Überhaupt, Maxi habe Dinge gekonnt, die niemand angesichts der Krankheit erwartet hätte: Fahrrad sei er gefahren, Fußball hätte er gespielt. Nicht lange, „aber ich bin so froh, dass er es einfach ausprobiert hat“, so Sandra. Auch zur Martinschule sei Maxi gern gegangen.

Sein Bruder Samu erinnert sich ebenfalls voller Liebe an Maxi. Ja, sie hätten sich gut verstanden. Er wusste, wie er mit Maxi umgehen musste, um ihm nicht weh zu tun. „Ich habe bei Mutti gesehen, wie man das macht“, fügt er an und lächelt. Tanzen sei (noch) nicht so sein Ding, das überlasse er lieber Stefan. „Aber irgendwann gehen wir zusammen zur Disko“, gibt Mutter Sandra vor, das habe er versprochen. Samu nickt und schmunzelt. Lieber ist er mit seiner Mutter am Kosenowsee bei Gützkow. Während Sandra Lange die Natur genießt und den Gedanken freien Raum lässt, schwimmt Samu. Das ist seine Welt. Und der Zehntklässler mag Tiere, möchte gern Tierpfleger werden. Er freute sich deshalb sehr, als seine Mutter im vergangenen Jahr Kater Lenny mit nach Hause brachte. Sie hatte das ausgesetzte Tier gefunden.

Sie ist dem Kinderhospitzverein „unendlich dankbar“

„Dass ich die letzten Wochen mit Maxi und die schwere Zeit nach seinem Tod überstehen konnte, verdanke ich auch dem Kinderhospizverein. Die Helfer haben mich verstanden und unterstützt. Dafür bin ich ihnen unendlich dankbar“, erzählt sie leise. Sie hätten sie auch darin bestärkt, dass sie Maxi wirklich bis zum Schluss zu Hause gepflegt und versorgt hat. „Das sind tolle Menschen da. Ich gehe nach wie vor gern hin. Wenn wir erzählen, kann ich vielleicht auch anderen Familien in ähnlichen Situationen Kraft und Halt geben“, sagt die Greifswalderin, die wieder pflegt.

Sie sorgt sich rührend um ihre fast 80-jährige Mutter, die das Leben nicht mehr allein meistern kann. „Wir sind zwar neun Geschwister, aber das ,Pflege-Gen’ habe wohl ich geerbt“, meint sie dann.

Ihre beiden Männer nicken zustimmend.

Kontostand auf 12500 Euro geklettert

Die Spendensumme für den Kinderhospizverein wächst weiter. Gespendet haben: Stefan Weller (20), Uwe Harig (40), Bernhard Lottenburger

(20), Sonja Kunert (20), Thomas Henkel (150), Jens Dräger (100), Gisela Kasch (20), Eckhard Stoff (50), Harald Stegemann (100), Simone Leidenberger (30), Eberhard Schröder (20), Burkhard Lange (25), Andreas Tesmann (30), Stefanie Wendt (10), Thomas Hinz (30), Peter Hingst (50), Horst Noack (100), Wolfgang Todenhagen (50), Kai-Uwe Grabowski (25), Guido Mussehl (50), Ralf Gärtner (30), Roland u. Monika Dörband (50), Dr. Manuela Brück (100), Kathrin Hecht (10), Myriam Zacheus (30), Mihail-Inocentiu Lepadatu (10), Stefan Gums (35), Heidrun Schüler (50), Karlheinz u. Ingelore Weinert (30), Bernhard Weber (20), Dr. Frauke Dinklage

(100), Dr. Barbara Broker (200), Bitte helfen auch Sie:

Förderverein Kinderhospiz Leuchtturm

IBAN: DE88 1505 0500 0000 0515 51

Helfen bringt Freude

Cornelia Meerkatz

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