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Grimmen Mehr „Spitzenklang“ für Grimmen
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11:48 05.12.2017
Das ganze Leben ist Musik – von der Geburt an. Bernd Kunze, Vereinsvorsitzender
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Grimmen

Erinnern Sie sich noch, als am Grimmener Wasserturm die „Feuerwerksmusik“ erklang? Das Jugendblasorchester der Trebelstadt spielte unter Leitung von Volkmar Doß die Ouvertüre zu Georg Friedrich Händels weltberühmter Suite, während zeitgleich unter Anleitung von Hans-Joachim Praeckel punktgenau zur Musik passend Feuerfontänen in den Grimmener Nachthimmel schossen. Hunderte begeisterte Zuhörer verfolgten das im wahrsten Sinne des Wortes musikalische Feuerwerk. 2006 war das. Es war zugleich die Geburtsstunde des Musikfestivals „Spitzenklang im Flächenland“, welches bislang acht Mal stattfand. Jedes Mal mit riesigem Erfolg.

Musik macht Schule: Jugendblasorchester will Projekte für den Nachwuchs ausbauen

„Unser Ziel war und ist es, Musik durch das Jugendblasorchester erlebbar zu machen“, sagt Bernd Kunze, Vorsitzender des Vereins Jugendblasorchester. Immer wieder bezogen die Mitarbeiter der Grimmener Musikschule deshalb auch Kinder aus Schulen der Region in die Produktionen mit ein. So erlebten die Schüler gemeinsam mit den jungen Bläsern einen „Tag im Zirkus“ (2008), gingen mit Indianern des Stammes „Wakatanka“ im gleichnamigen Mitmachmusical (2007) auf die Büffeljagd oder erlebten in „Bandland“ (2014) eine romantische Liebesgeschichte zwischen einer Klarinette und einer Trompete. Die Kinder, weiß Volkmar Doß, Leiter der Musikschule Vorpommern-Rügen und des 55 Mitglieder starken Jugendblasorchesters, waren jedes Mal voller Begeisterung dabei. Musik sei eben eine Sprache, die verbindet.

So sieht es auch Bernd Kunze. „Die Beschäftigung mit Musik ist enorm wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung“, so der Vereinsvorsitzende. Man könne deshalb nicht früh genug beginnen, Kinder an die Musik heranzuführen. „Mit den Spenden aus der OZ-Weihnachtsaktion ,Helfen bringt Freude’ sollen die Möglichkeiten unseres Vereins erweitert werden, Kindern eine frühkindliche und auch integrative Musikausbildung zukommen zu lassen sowie das Modell des Klassenmusizierens und des Instrumentenkarussells zu erweitern“, sagt Kunze. Der Vereinschef sprudelt geradezu vor Ideen. Neben der Anschaffung von neuen Instrumenten und Arbeitsmaterialien schweben ihm Ausflüge in das Theater vor, bei denen die Kinder nicht nur eine Aufführung erleben, sondern hinter die Kulissen schauen und im Orchestergraben Platz nehmen können. Ein weiterer Traum seien Wochenend- oder gar Ferienmusik-Camps, in denen intensiv an neuen „Spitzenklang-Projekten“ gearbeitet und geprobt werden kann.

Das alles kostet viel Geld. „Ein Bus müsste gemietet werden, eine Jugendherberge gebucht, zusätzliches Personal akquiriert werden“, zählt Kunze auf. Alles kein Pappenstiel, doch für die Kinder und Jugendlichen wären solche Erlebnisse von unschätzbarem Wert und würden sie noch näher an die Musik heranführen.

Natürlich liegt Doß und Kunze auch die Fortführung der sehr guten Arbeit im Jugendblasorchester am Herzen. „Die kontinuierliche musikalische Arbeit sowie die ausgeprägte Nachwuchsarbeit beizubehalten, gestaltet sich jedoch immer komplizierter“, weiß Kunze aus Erfahrung. Es fehle an Personal und nicht zuletzt an einem größeren Probenraum. „Der jetzige platzt aus allen Nähten und zudem müsste die Heizung dringend erneuert werden“, so der Leiter der Musikschule. „Es muss unbedingt etwas geschehen, wenn wir die Kinder und Jugendlichen halten und die traditionsreiche Arbeit des Jugendblasorchesters weiter fortführen wollen“, mahnt Bernd Kunze. Und wer weiß, vielleicht erklingen im kommenden Jahr auch wieder Spitzenklänge à la „Wakatanka“ in Grimmen. „Mir schwebt da ‚Der gestiefelte Kater’ als musikalisches Märchen für und mit Grundschülern vor“, blickt Bernd Kunze voraus.

Jugendblasorchester Grimmen

1961 wurde das Jugendblasorchester Grimmen gegründet. Karl Pless gilt als Gründervater.

Zu DDR-Zeiten wurde das JBO vielfach geehrt, mit mehreren Goldmedaillen sowie als „Hervorragendes Volkskunstkollektiv“ ausgezeichnet.

Reisen führte das JBO unter anderem nach Bulgarien, Belgien, Tschechien, Schweden, Polen, Litauen und Italien.

2006 wurde das Musikfestival „Spitzenklang im Flächenland“ ins Leben gerufen.

2016 nahm das JBO mit Erfolg am Deutschen Orchesterwettbewerb teil.

Claudia Noatnick

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