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Stralsund Im Einsatz für den Schutz der Kraniche
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00:05 30.11.2017
Kranichranger Danny Eichhorn erklärt im Kranichzentrum Groß Mohrdorf ein Panorama mit brütenden Vögeln des Glücks. Quelle: Foto: Jörg Mattern
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Groß Mohrdorf

Danny Eichhorn schaut den Kranichen auf den Teller und nimmt dabei auch noch neugierige Naturfreunde mit. Doch dazu später, denn zunächst will der 38-Jährige unbedingt sein Credo loswerden: „Es gibt eigentlich keine vielseitigere Aufgabe, als die des Kranichrangers. Ich komme mit vielen Menschen zusammen, kann wissenschaftlich arbeiten und bin viel in der Natur unterwegs.“ Der Ranger ist im Herbst im Einsatz für das Kranichzentrum Groß Mohrdorf.

Die Natur hatte es ihm von jeher angetan. Als Kind ist er rund um Hildburghausen in Südthüringen durch die Wälder gestreift. Sogar sein erlernter Beruf als Umwelttechniker hat etwas mit Natur zu tun.

„Ich habe in einer Trinkwasseraufbereitungsanlage gearbeitet und irgendwann wurde dabei mein Interesse für Umweltthemen immer größer“, sagt Danny Eichhorn.

Ein Studium sollte ihm dabei helfen, dieses Interesse wissenschaftlich zu untermauern. Der Thüringer entschied sich für Greifswald, weil er hier die passende Studienrichtung fand und ihn die Landschaft sowie die Vogelwelt an der Küste faszinierten. In diesem Jahr hat er an der Universität seinen Master in Landschaftsökologie verteidigt.

Danny Eichhorn hat die Kraniche seit der Kindheit in Thüringen bewundert, wenn sie beim Vogelzug trompetend in großer Höhe über das Land flogen. „Aber erst hier bin ich ihnen dann so richtig nahe gekommen“, sagt der Ökologe. Schon während des Studiums kam er mit der gemeinnützigen GmbH Kranichschutz Deutschland in Kontakt, die das Kranichzentrum in Groß Mohrdorf und das Kranorama bei Günz betreibt und von hier aus internationale Forschung zu den Vögeln des Glücks betreibt. Als hier ein Kranichranger gesucht wurde, griff er zu.

Obwohl das nur ein Saisonjob zum Höhepunkt des Vogelzuges von Mitte September bis Ende Oktober ist, sei das für ihn ein Glücksgriff gewesen, ist sich Danny Eichhorn sicher. Nicht nur, weil in diesem Herbst 43000 Kraniche in der Region rasteten. In den zurückliegenden Wochen hat er hunderte Besucher der Region durch das Kranichrevier zwischen Zingst und Rügen begleitet. Seine Aufgabe ist es dabei, den Gästen die großen Vögel durchaus auf wissenschaftliche Art und Weise näherzubringen und sie auch ganz praktisch zu den Tieren zu führen. Danny Eichhorn ist dabei nicht alleine. Zwei Mitstreiter waren wie Eichhorn auf Honorarbasis für diese Saison eingeteilt und 20 Naturfreunde unterstützen das Kranichzentrum dabei ehrenamtlich. Die Ehrenamtler besetzen hauptsächlich das Kranorama bei Günz und holen den Gästen die Vögel des Glücks mit dem einäugigen Spektiv oder dem Fernglas ganz nahe.

Bis zu 20000 Besucher kamen in diesem Herbst in die Region, um die Kraniche bei der Rast zu erleben. Danny Eichhorn und seine Kollegen begleiteten viele von ihnen auf thematischen Touren. So etwa zu den Kranichschlafplätzen bei Bisdorf. Diese werden abends und morgens angeboten. „Ich liebe ja die Morgenstunden auf dieser Tour“, sagt Danny Eichhorn. „Kurz nach Sonnenaufgang fliegen tausende Kraniche auf einmal auf. Das ist beeindruckender als abends, wenn sie in Gruppen einfliegen.“

Die Nachfrage zur Tour „Den Kranichen auf den Teller geschaut“ ist kaum zu befriedigen. „Wir fahren mit acht Naturfreunden in einem kleinen Bus durch die Region zu den abgeernteten Feldern, wo sich die Großvögel ihr Futter aus den herabgefallenen Körnern von Mais und Weizen zusammensuchen.“

Größer sind die Fahrzeuge, wenn Eichhorn in einen Reisebus steigt und dessen Fahrgäste durch die Region begleitet. Diese kommen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus der Schweiz, Österreich und den Niederlanden zum Kranichgucken. „In den Gesprächen mit den Besuchern spüre ich oft diese Begeisterung für die Kraniche, die auch mich antreibt“, sagt der Ranger.

Die Vögel des Glücks haben auch Danny Eichhorn Glück gebracht. Er hat nach dem Saisonjob eine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Kranichschutz Deutschland angetreten – eine Schwangerschaftsvertretung. „Für dieses Angebot bin ich dankbar. Es ist nach dem Studium eine Chance für meine berufliche Zukunft.

Hier helfen Leser

Mit der Aktion „Helfen bringt Freude“ unterstützt die Stralsunder OSTSEE-ZEITUNG in diesem Jahr das Kranichzentrum Groß Mohrdorf.

Nachdem sich Großsponsor Lufthansa aus der Unterstützung verabschiedet hat, fehlt den Naturschützern ein Drittel ihres Etats, der etwa für den Unterhalt des Kranoramas, Ablenkfütterungen, Honorare für die Kranichranger oder die Ausstattung der Großvögel mit GPS-Sendern benötigt wird.

Die ersten Spenden sind auf dem Konto eingetroffen. Gerne können Sie, liebe Leser, bei Ihrem Weg in die Stadt im OZ-Service-Center am Apollonienmarkt 16 vorbeischauen und hier Ihre Spende in einer Spendenbox deponieren.

Oder Sie überweisen Ihre Spende auf folgendes Konto:

Sparkasse Vorpommern

IBAN:

DE59 1505 0500 0000 0527 52

Verwendungszweck:

„Helfen bringt Freude“ sowie

Anschrift für die Spendenquittung

Jörg Mattern

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