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„Ein Leben ohne Zeitung ist für mich nicht vorstellbar“

Bergen „Ein Leben ohne Zeitung ist für mich nicht vorstellbar“

Seit 62 Jahren ist die Bergenerin Irmgard Milow der OSTSEE-ZEITUNG treu

Irmgard Milow liest täglich ihre OZ.

Quelle: Foto: Anne Ziebarth

Bergen. „Ich bin mit der OSTSEE-ZEITUNG aufgewachsen“, erzählt die Frau, die in Polchow auf Rügen geboren wurde. „Bei meinen Eltern wurde jeden Morgen ausgiebig die Zeitung gelesen und auch über die Themen diskutiert. Als Kind hört man mit und beginnt ganz selbstverständlich auch mit der Zeitungslektüre.“

Die junge Irmgard half erst zu Hause mit, machte dann aber per Abendstudium eine Ausbildung zur Buchhalterin. Über mehrere Stationen zog sie schließlich nach Bergen-Rotensee, ein Viertel, in dem sie bereits seit 32 Jahren wohnt. Sie arbeitete bei der Staatsbank, davor beim Rat des Kreises in Putbus. „Damals mussten wir noch unglaublich viel kopfrechnen, wenn wir die Buchungen geprüft haben“, erinnert sie sich. „Wahrscheinlich ist das der Grund, warum ich immer noch ziemlich fit im Kopf bin.“ Das Kreuzworträtsel in der OZ löst sie jeden Tag. „Und zwar ohne Hilfsmittel!“ 1961 heiratete sie ihren Mann, einen Eisenbahner, und erinnert sich an viele Fahrten: „Wo wir nicht überall hingereist sind. Alle Bezirkshauptstädte haben wir erkundet.“

In den 1970er Jahren erkrankte ihr Vater schwer und zog bei ihr ein. „Jeden Tag habe ich ihm dann die Kreisseite der OZ vorgelesen“, sagt sie. „Und er merkte ganz genau, wenn ich mal einen Artikel ausgelassen habe. ,Du hast mir doch noch nicht alles vorgelesen’, sagte er dann immer.“

Die OSTSEE-ZEITUNG gehört für die 87-Jährige auch heute noch zum Tag. Besonders gern liest sie die Geschichten über ihre Heimatinsel. „Vieles andere sieht man ja auch im Fernsehen. Aber was bei uns passiert, erfahre ich nur aus der Zeitung“, erzählt sie. Nicht so gut gefallen der Seniorin „zu viel Mord und Totschlag“ in der Zeitung. „Das ist nur schwer zu ertragen.“Aber: „Ein Leben ohne Zeitung ist für mich nicht vorstellbar.“

Selbst auf Reisen verzichtet Irmgard Milow nicht auf ihre Heimatzeitung und lässt sie sich nachschicken. Die Zeitungsliebe hat sie auch an ihre Familie weitergegeben. „Mein Sohn wohnt nicht in der Region. Wenn er am Wochenende zu Besuch kommt, schnappt der sich aber auch gern die OZ.“

Anne Ziebarth

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