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Fischkopp, Schweine, „Aalpriletten“

Fischkopp, Schweine, „Aalpriletten“

Bei aller Sorgfalt und obwohl mehrere Kollegen Texte lesen, bevor sie gedruckt werden: Pleiten, Pech und Pannen gibt es auch bei der Zeitung – nicht nur, wenn der „Dreckfuhlerteufel“ zuschlägt.

Bei aller Sorgfalt und obwohl mehrere Kollegen Texte lesen, bevor sie gedruckt werden: Pleiten, Pech und Pannen gibt es auch bei der Zeitung – nicht nur, wenn der „Dreckfuhlerteufel“

zuschlägt.

OZ-Redakteur Kai Lachmann erinnert sich an eine peinliche Geschichte aus Greifswald: „Beim Fischerfest hatten längere Zeit die Fischer nicht mehr mitgemacht. 2013 waren sie aber wieder an Bord. Am Freitag hatte ich mir die Montagsseiten schon vorbereitet und wollte den Fischern einen Artikel widmen.“ Eingeplant hatte Lachmann auch einen „Kopf“, also ein kleines Porträtbild. „Zwecks Zuordnung habe ich in die Bildunterschrift ,Fischkopp’ geschrieben. Das ist zwar nicht besonders originell, aber es war ja Freitagabend und ich schon in Fischerfestlaune“, sagt Lachmann. „Das Fest war super, das Fischerfoto auch. Leider habe ich die Bildunterschrift nicht mehr geändert und dem Lesedienst ist das auch nicht aufgefallen.“ Am Montagmorgen sei er dann unter den Schreibtisch gekrochen und habe sich geschämt.

Das ist aber nix gegen den Schlamassel, in den die Grimmener Lokalredaktion noch zu tiefsten DDR-Zeiten geriet, erinnert sich Jan-Peter Schröder, damals Redaktionsassistent in Grimmen: Die OZ wurde noch im Hochdruckverfahren gedruckt, also wurden Fotos auf Metallplatten gerastert. Diese Platten waren leicht zu verwechseln, wenn sie gleich groß waren, und so kam es, dass auf einer Lokalseite zwei Bilder vertauscht wurden. Eins zeigte führende Genossen der SED-Kreisleitung, das andere ein paar Schweine im Stall einer LPG. In der Zeitung stand nun unter dem Schweinefoto: „Genosse Soundso, 1. Sekretär usw. beim Besuch da und da.“ und unter dem Bild mit den Funktionären war sinngemäß zu lesen: „In der LPG ... geht’s den Schweinen gut.“ Der Ärger war unglaublich. Gleich große Fotos wurden fortan vermieden.

In Grimmen geschah es auch, dass ein Aprilscherz gründlich in die Hose ging: Fotoreporter Hartmut Klonowski hatte mit einem gefälschten Bild glaubhaft verbreitet, dass es am 1. April im örtlichen Delikat-Laden „Aalpriletten“ geben würde. Die Schlange vor dem Edel-Geschäft war an jenem Morgen extrem lang. April, April! Darüber konnte mancher noch lachen. Leider hatte sich aber auch die Gattin eines hochgestellten Genossen beim Delikat nach „Aalpriletten“ angestellt, und als es die dann gar nicht gab, war Schluss mit lustig.

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