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Gegenwart Usedom: Insel mit Geschichte und Perspektive
Thema Specials OZ-Jubiläum Gegenwart Usedom: Insel mit Geschichte und Perspektive
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00:00 13.05.2017
Das Zinnowitzer Team von links: Tom Schröter (Redakteur), Ralf Edelstein (Sport), Frank Köhler (Mediaberater), Susanne Liemen (Mediaberaterin), Stefanie Ozegowski (Sekretariat), Dr. Steffen Adler (Leiter der Lokalredaktion), Henrik Nitzsche (stellv. Leiter der Lokalredaktion) und Hannes Ewert (Redakteur). Quelle: Foto: Anett Petrich
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Zinnowitz

Mit durchschnittlich rund 2000 Sonnenstunden zählt die Insel Usedom zu den sonnigsten Urlaubsregionen Deutschlands. Mehr als 40 Kilometer Strand, viele traditionsreiche Seebäder und ein naturbelassenes Hinterland – hier sind die Reporter der Lokalredaktion Zinnowitz täglich unterwegs. Usedom, das man mit Urlaub, Seebrücken, Erholung, Delikatessen und Maritimem verbindet und gerne auch als Badewanne der Berliner bezeichnet, bietet noch viel mehr an Superlativen und Außergewöhnlichem. Usedom ist als Insel für zwei Länder zugleich Inland und Ausland. Die größte Stadt des Eilandes mit rund 40 000 Einwohnern ist Swinemünde, seit 1945 polnisch. Mit Polens EU-Beitritt wurden die Begegnungen einfacher. „Einmal in der Woche berichtet unser Reporter Radek Jagielski aus der Nachbarregion. Schwerpunktthemen sind Wirtschaft und Tourismus“, sagt Steffen Adler (60), Leiter der Lokalredaktion. Hotels schießen im Nachbarland wie Pilze aus dem Boden, das Gasterminal am Hafen wurde gebaut. Bald soll der Swinetunnel kommen. Ein Großprojekt jagt das nächste. „Das macht die Region so spannend, weil natürlich auch auf deutscher Seite kräftig investiert wird“, berichtet Adler und zählt mit dem Neubau des Polizeizentrums in Heringsdorf, der Hafensanierung in Peenemünde und dem Neubau der Koserower Seebrücke mehrere Beispiele auf.

Wenn es in der Inselmitte rumort, neue Wohngebiete entstehen oder ein langjähriger Gastronom seinen Abschied feiert, ist der Lokalchef nicht weit weg. Als Koserower ist er in den Bernsteinbädern zu Hause und pflegt dort einen besonderen Draht zu den Gewerbetreibenden, Gastronomen, Kurdirektoren und Bürgermeistern.

Auf geschichtsträchtigen Boden zieht es häufig Redakteur Henrik Nitzsche. Der 50-Jährige ist journalistisch im Inselnorden verankert. Beispielsweise in Peenemünde: Die Heeresversuchsanstalten waren von 1936 bis 1945 das größte militärische Forschungszentrum Europas. Hier gelang am 3. Oktober 1942 mit dem weltweit ersten Start einer Rakete ins All einer der spektakulärsten, gleichzeitig aber auch einer der gefährlichsten technischen Durchbrüche des 20. Jahrhunderts. Weil der nördliche Bereich danach bis 1990 Sperrgebiet der Nationalen Volksarmee war, stagnierte hier die Entwicklung. Das ist Geschichte – inzwischen hat das Land mit Millionenförderungen die Infrastruktur deutlich verbessert.

Wer die Insel über die Peenebrücke verlässt und nach Wolgast kommt, der dürfte auf Tom Schröter treffen. Der 51-Jährige berichtet regelmäßig aus der Stadt und den umliegenden Gemeinden. Man kennt ihn auf dem Campingplatz Lassan, im Schloss Buggenhagen oder bei der Europäischen Akademie der Heilenden Künste in Klein Jasedow. Wenn es um das geplante Güllegroßlager im Lassaner Winkel geht – auch hier ist Tom Schröter am Ball.

Dass Usedom mit all seinen Natur-Facetten und dem Tourismus auch kulturell in der ersten Liga mitspielt, ist vor allem dem „Usedomer Musikfestival“, der Vorpommerschen Landesbühne Anklam oder den Machern von „Klassik am Meer“ zu verdanken. Mit dem Schlittenhunde-Rennen und dem Pferdesport-Spektakel Usedom Cross Country ist die Promidichte dank Till Demtroeder noch größer geworden.

Auch die Kunst kann da mithalten: Große Namen, wie Otto Niemeyer-Holstein, Hans Werner Richter, Lyonel Feininger oder Oskar Manigk, stehen für Usedom. Und wenn Jahr für Jahr auf der Zinnowitzer Ostseebühne die versunkene Stadt Vineta auftaucht, ist Reporter Hannes Ewert dabei. Der 29-Jährige mischt sich unters Volk, wenn auf Adler-Schiffen gefeiert wird oder die Bürgerinitiative pro Krankenhaus demonstriert. Dass er besonders schnell ist, wenn die Sirene geht, hat damit zu tun, dass sie sich in der Nähe seiner Wohnung in Zinnowitz befindet.

Dass die Insel besonders im Sommer und über die Feiertage beim Straßenverkehr längst an ihre Grenze gestoßen ist, erlebt nicht nur das Reporter-Quartett. Mitunter dauert es mehr als eine Stunde, um von Zinnowitz in die Kaiserbäder zu kommen. In der größten Gemeinde gibt es viele Geschichten zu erzählen. Künftig werden wir aber mit unserem neuen OZ-Motorroller besser von voran kommen.

OZ

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