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Stündlich 40 000 Zeitungen von der Rolle

Rostock Stündlich 40 000 Zeitungen von der Rolle

Die Ausgabe wird heute auf sechs Drucktürmen komplett in Farbe gedruckt / 1952 startete die OSTSEE-ZEITUNG mit einer kleinen Rotationsmaschine

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Schichtleiter Dirk Bachmann (52) kontrolliert die Druckqualität der OZ.

Quelle: Foto: Dietmar Lilienthal

Rostock. Am 15. August 1952 erscheint die OSTSEE-ZEITUNG mit ihrer ersten Ausgabe. Um möglichst aktuell und schnell beim Leser zu sein, wird die OZ nicht nur in Rostock, sondern auch in kleineren Druckereien in Stralsund, Greifswald und Wismar produziert. Bleisatz und Matrizen werden außerdem in Bad Doberan, Ribnitz-Damgarten und Grimmen hergestellt.

Ende der 1950er Jahre stößt der Ostsee-Druck an seine Grenzen. Auf dem Gelände des im Krieg zerstörten Stadttheaters nahe dem Rostocker Steintor entsteht ein neues Druck- und Verlagshaus. 1962 druckt die moderne 255 Tonnen schwere Schnellläufer-Rotation die ersten Exemplare. Die Zeitung erscheint mit 52 Seiten pro Woche: acht Seiten an jedem Werktag, zwölf zum Wochenende.

Ab 1964 sitzen dann alle unter einem Dach: Produktion der Zeitung und anderer Druckerzeugnisse, Verwaltung und Restaurant. Auch Redaktion und Verlag wechseln aus den engen Räumen in der Doberaner Straße in die Richard-Wagner-Straße 1a. Der Ostsee-Druck etabliert sich als nördliches Druckzentrum der DDR. Er hat 1977 etwa 900 Beschäftigte. Bester Kunde ist die OZ mit einer Auflage von 277

000 Anfang der 80er Jahre.

Der gesellschaftliche Umbruch 1989/90 stellt die OZ und den Ostsee-Druck vor existenzielle Probleme. Die Lübecker Nachrichten und der Springer Verlag Hamburg helfen dabei, die OZ nach der Trennung von der SED als Regionalzeitung an der Küste weiterzuentwickeln. In dieser Zeit gibt es jeden Tag aufs Neue einen Wettlauf zwischen dem Nachrichtenangebot sowie dem Platz auf den Zeitungsseiten.

Manchmal schafft die alte Rotation 16 Seiten Umfang pro Exemplar. Die Redaktion jedoch fordert mehr Raum in der Zeitung, um der rasant wachsenden Informationsflut Herr werden zu können. Auch die Anzeigenabteilung verlangt mehr Platz.

Am 6. Dezember 1990 ist es endlich so weit: Mit der Grundsteinlegung für die moderne Druckerei beginnt ein neues Zeitalter. Genau ein Jahr später laufen die ersten druckfrischen OZ-Exemplare über die 64-seitige Vierfarbenoffset-Rotation. Die nagelneue MAN-Offset-Rotation läuft doppelt so schnell wie die alte Plamag-Druckmaschine. Die OZ ist die erste Zeitung in den neuen Bundesländern, die über diesen Maschinentyp verfügt.

Jetzt können die Umfänge auf 20, 24 und am Wochenende auf 32 Seiten wachsen. Zum ersten Mal stehen Farbfotos auf Seite 1, gibt es farbige Anzeigen. Im Herbst 1995 erreicht die Rotation, um zwei neue Drucktürme auf sechs erweitert, ihre volle Leistung. Sie produziert nun stündlich bis zu 50 000 Zeitungen mit bis zu 48 Seiten in zwei „Büchern“ – so werden der Mantel- und der Lokalteil genannt. Und erneut ist der 6. Dezember ein wichtiges Datum: 2006 nimmt die neue Druckmaschine, die KBA Commander 6/2, ihren Betrieb auf. Mit der 14 Millionen Euro teuren Maschine legt die OZ neben der Vierfarbigkeit auch bei der Geschwindigkeit kräftig zu. Die Commander kann pro Stunde 90000 Exemplare auswerfen – das sind 1500 pro Minute.

Ganz so schnell läuft sie bei der OZ jedoch nicht: Die zehn Ausgaben werden gegenwärtig werktags von 21.30 bis 1.30 Uhr mit einer Geschwindigkeit von 40 000 Exemplaren pro Stunde gedruckt. Zwischen den einzelnen Ausgaben benötigen die Techniker etwa zehn Minuten, um die Druckmaschine umzurüsten. Insgesamt werden täglich rund 17 Tonnen Papier bedruckt. 2011 wird dann noch für 2,7 Millionen Euro die Technik zum Einfügen der Beilagen nachgerüstet.

Bernhard Schmidtbauer

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