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Wismarer Zeitung im Tanzsaal gedruckt

Wismarer Zeitung im Tanzsaal gedruckt

OZ-Leserin Edith Zemke erinnert sich

OZ-Leserin Edith Zemke aus Wismar schreibt: Die Ostsee-Zeitung für Wismar und den Kreis wurde ab 1952 im damaligen Wismarer „Druckhaus Einheit“ in der Stalinstraße gedruckt. Als ich 1955 in diesem Betrieb als Chefsekretärin begann, stand im großen Maschinensaal, der, wie berichtet wird, einmal Wismars Tanzsaal gewesen sein soll, eine große Rotationsmaschine. Sie machte einen höllischen Lärm, war aber ausschließlich nachts in Aktion. Auf dieser schon in die Jahre gekommenen Maschine wurde die Lokalausgabe gedruckt.

 

OZ-Bild

Edith Zemke ist langjährige OZ-Leserin aus Wismar.

Quelle: Foto: Nicole Hollatz

Kam ich morgens ins Büro, gingen die Drucker Erich Schultz, Rudolf von Brunn und die Packerin, Frau Romig, müde, aber zufrieden nach Hause, wenn die Zeitung auf die Minute genau ausgeliefert worden war. Hin und wieder gab es allerdings Havarien mit der alten Maschine. Dann wurde der Betriebsleiter sofort aus dem Bett geholt, denn die Zeitungsherstellung war Chefsache.

Es kam aber auch vor, dass der Güterzug aus Sachsen mit den großen schweren Papierrollen nicht rechtzeitig auf dem Wismarer Bahnhof eintraf oder dass die Papierfabrik wieder einmal Lieferschwierigkeiten hatte: Dann drohte der Druckmaschine Stillstand, oft verbreitete sich dann Aufregung unter den Kollegen. Aber meistens hat glücklicherweise alles noch in letzter Minute geklappt, und die Zeitung kam pünktlich zu den Lesern.

Nachdem in Rostock Mitte der 1960er Jahre die neue Rotationshalle fertig war, wurde die OSTSEE-ZEITUNG dort auch für den gesamten Bezirk Rostock zentral gedruckt. Die alte Zeitungsdruckmaschine in Wismar aber hatte ausgedient. Sie wurde demontiert, und soweit mir bekannt ist, wurde sie abgebaut und anschließend noch nach Afrika verschifft.

Die OZ gehört nun schon seit Jahrzehnten zu meinem Leben. Sie ist mein bevorzugter Lesestoff. Und es ist gar nicht so selten, dass ich sie bereits morgens gegen 5 Uhr auf dem Tisch habe und in ihr lese. Dabei sind die auf Plattdeutsch geschriebenen Beiträge meine besonderen Freunde, mit denen ich oft am Morgen überrascht werde. Dass die Zeitung täglich zuverlässig zu mir ins Haus kommt, ist der fleißigen und gewissenhaften Zustellerin zu verdanken. Bei ihr und ihren Kollegen möchte ich mich herzlich bedanken.

OZ

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