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Vergangenheit Zwei Originale zum Anfassen
Thema Specials OZ-Jubiläum Vergangenheit Zwei Originale zum Anfassen
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00:00 06.05.2017
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Rostock

Diese zwei Maskottchen haben die OSTSEE-ZEITUNG lange begleitet: Min Herzing und Käpt’n Brass. 1968 wurde für die 750-Jahrfeier Rostocks eine humorvolle, authentische Figur gesucht. Die Wahl fiel schließlich auf ein Original: Min Herzing. In Warnemünde kannte sie jeder. Die legendäre Fischfrau Hedwig Anke hatte als Min Herzing dort längst die Herzen der Einheimischen gewonnen.

Käpt’n Brass mit Enterhaken GRAFIK: HERMANN RAUM
Fischfrau mit großer Klappe: „Min Herzing“

Zeichner Hermann Raum entwickelte mit ihr die Figur, die fortan für die OZ-Kolumne stand. Geschrieben wurde sie von der 2016 verstorbenen OZ-Redakteurin Gertrud Lachs (damals noch Gertrud Hennl). Sie arbeitete von 1957 bis 1992 für die OZ. Die Min-Herzing-Kolumnen verfasste sie auf Plattdeutsch. Ingesamt 150 Geschichten, die in der OZ-Wochenendausgabe abgedruckt wurden, flossen aus ihrer Feder.

Im Mittelpunkt standen Sorgen und Probleme des Alltags: Min Herzing beobachtete einfach das tägliche Leben. „Das konnten Unordnung in den Straßen sein, die Unhöflichkeit bestimmter Leute oder auch Erziehungsfragen“, sagte Gertrud Lachs damals.

Erweitert wurde diese Kolumne durch den Charakter Käpt‘n Brass, ebenfalls eine bekannte OZ-Symbolfigur, die bereits in den 50er Jahren mit ihrem Enterhaken Kritikwürdiges aufspießte. „Wir haben sie einfach verheiratet“, meinte Gertrud Lachs. So entstanden die köstlichen Streitgespräche zwischen beiden. Der letzte Beitrag von „Min Herzing“ erschien im Oktober 1989.

Die beiden Originale gab es seinerzeit auch zum Anfassen. Meistens steckte Inge Raths im Kostüm der Fischfrau Min Herzing, und der beliebte Schauspieler und Sänger Horst Köbbert war als Käpt‘n Brass unterwegs. Zum Pressefest der OSTSEE-ZEITUNG fuhren beide stets gemeinsam auf einer Kutsche durch den Barnstorfer Wald in Rostock.

Thorsten Czarkowski

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