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Interaktiv Das Leben in Nahaufnahmen
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00:00 11.05.2017

Wie sind denn eigentlich dänische Western so? Mal ganz im Ernst, „The Salvation – Spur der Vergeltung“ (ARD, 6. Mai, 23.40 Uhr) war tatsächlich eine Koproduktion von Dänemark, Südafrika und Großbritannien. In der Hauptrolle war der (wie immer) hervorragende Mads Mikkelsen zu sehen, der also einen Dänen in Amerika spielte. Dieser Western zeigte die überaus brutale Realität in den USA im Jahr 1871. Und der Film wurde – so ist es im Westerngenre meistens üblich – von mehreren Rachemotiven angetrieben, was selbst für einen ARD-Spätfilm eine ungewöhnlich hohe Zahl von Fernsehleichen ergab. Western gab es schon mehr als reichlich, meistens zeigten sie die USA-Geschichte, indem die Indianer einfach ausgerottet wurden. In diesem Western fand die Gewalt unter den weißen Einwanderern statt, was die ganze Metzelei aber auch nicht besser machte. Passend dazu gab’s noch den Spätwestern „Der letzte Scharfschütze“ (3sat, 8. Mai, 0.40 Uhr) von 1976, in dem John Wayne eine seiner letzten Rollen hatte. Inzwischen ist sogar das ganze Westerngenre tot. Außer vielleicht in Dänemark.

Manchmal wirkt Live-Berichterstattung so, als würde sie mit versteckter Kamera aufgenommen. So war’s zum Beispiel bei der Übertragung „Wahl in Schleswig-Holstein“ (ZDF, 7. Mai, 17.45 Uhr), als Überraschungssieger Daniel Günther (CDU) mit Gewinnerlächeln vor die Presse trat. Da hatten die ZDF-Kameraleute leider sehr schlechte Plätze abbekommen und mussten vorsichtig zwischen winzigen Menschenlücken hindurchfilmen. Das ergab zwar interessante Bildkompositionen, war aber bestimmt nicht so gewollt. Und der Slogan „Bei ARD und ZDF sitzen Sie in der erste Reihe“ stimmte in diesem Moment auch nicht mehr.

Gewollt sind solche mutigen (oder auch verrückten?) Perspektiven ganz offensichtlich beim Literaturmagazin „Druckfrisch“ (ARD, 7. Mai, 23.55 Uhr). Eigentlich eine lahme Büchervorstellung, da wird immer nur geredet und Präsentator Denis Scheck ist auch nicht so der telegene Typ. Also eine große Herausforderung für den Kameramann: Manchmal filmt er aus hundert Metern Entfernung, dann folgen überraschend brutale Nahaufnahmen, hin und wieder gibt’s sogar Schwierigkeiten, den Interviewpartner ordentlich im Bildausschnitt zu behalten. Die Bildgestaltung wirkt oft wie betrunken, was zu dieser späten Ausstrahlungsstunde auch für so manchen Fernsehzuschauer gelten mag.

OZ

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