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Interaktiv Ereignisse zwischen Himmel und Erde
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00:00 19.10.2017

Das dürften für ’ne ganze Weile erstmal die letzten Wahlsendungen gewesen sein. Denn die nächsten Landtagswahlen kommen erst im Herbst 2018 aus Bayern und Hessen auf die Fernsehzuschauer zu. Nun war die TV-Berichterstattung „Landtagswahl Niedersachsen“ (ARD, 15. September, 17.30 Uhr) das gewohnte Puzzle aus Hochrechnungen, Live-Schalten, Interviews, Koalitions-Mathematik und weiteren Hochrechnungen. Seit geraumer Zeit müssen die Moderatoren ihre Grafik-Bildschirme selber bedienen, so auch Jörg Schönenborn, der in der ARD immer wieder neue Diagramme und Zahlentafeln mit den Händen herbeiwedelte. Das war früher einmal anders, als der Wahlstudio-Moderator noch scharfe Kommandos an seine Mitarbeiter gab: „Können wir jetzt bitte die Sitzverteilung haben?“ Und wehe, wenn die Grafik nicht kam! Da konnte der legendäre Dieter Zimmer im „ZDF-Wahlstudio“ schon mal ziemlich sauer werden. Diese Arbeitsteilung ist weitgehend aufgehoben, aber diese Bildschirm-Herumwischerei zwingt den Präsentator der Sendung immer wieder zu komischen Verrenkungen.

Warum hat man noch nie vom Kinofilm „Irrtum im Jenseits“ (Arte, 16. Oktober, 20.15 Uhr) gehört? Diese 1946 in Großbritannien gedrehte Streifen ist vermutlich von den vielen Hollywood-Produktionen der Nachkriegszeit weggespült worden. Darum ist es sehr verdienstvoll, dass Arte diese Fantasykomödie wieder hervorgeholt hat. Sie wurde in den USA übrigens unter dem schönen Titel „Stairway to Heaven“ vermarktet. Das setzt ein bisschen voraus, dass der Zuschauer an eine überirdische Instanz glaubt, die den Übergang zwischen Erde und Himmel festlegt. Und um eine solche Entscheidung geht’s hier, der Hauptheld hängt sozusagen zwischen Erde und Himmel fest. „Irrtum im Jenseits“ ist in der Arte-Mediathek verfügbar.

„Die Anstalt“ (ZDF, 17. Oktober, 22.15 Uhr) war wie eine Rückkehr in eine Zeit, als sie noch „Neues aus der Anstalt“ hieß. Denn Max Uthoff und Claus von Wagner hatten sich die Kollegen aus der 2014 abgelösten Vorgängersendung eingeladen: Urban Priol, Georg Schramm, Jochen Malmsheimer und Erwin Pelzig. So war’s wie ein Klassentreffen – und trotzdem eine sehr scharfsinnige und gut gebaute Kabarettsendung. Nicht staatstragend, sondern subversiv, so wie sich das für’s gute alte TV-Kabarett gehört. Diese (und weitere Folgen) liegen in der ZDF-Mediathek vor.

OZ

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