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Lieblingsgericht? Egal — Hauptsache es geht schnell

Interaktiv Lieblingsgericht? Egal — Hauptsache es geht schnell

Die Küche einer Ueckermünderin bleibt sauber, sie kocht nicht. Es sei denn, ihr Bruder bittet darum. Das passiert zum Glück selten.

Die Zeiten, in denen nur die Frauen gekocht haben, sind vorbei. Heute kocht jeder. Nur ich nicht. Ich esse lieber.

Ganz anders ticken da meine Freunde. Sie kochen fast jeden Tag, verabreden sich sogar, um gemeinsam den Herd einzuheizen und Gemüse zu schnippeln. Am nächsten Tag bringen sie dann Pasta oder Suppen mit zur Uni, um es sich zum Mittag noch einmal aufzuwärmen. Diskussionen über die Würze des Gerichts sind an der Tagesordnung.

Verglichen mit mir sind die Studenten meines Jahrgangs richtige Feinschmecker. Das höchste der Gefühle bei mir sind Eierkuchen, wobei selbst die Teigmischung fertig aus dem Supermarkt kommt. Das verfeinere ich dann mit Apfelmus von Oma. Den hat sie selbst gemacht. Perfekt! Wenn ich mal wirklich selbst Hand in der Küche anlege, dann schneide ich Äpfel, Birnen, Bananen und Kiwis zusammen und lege sie als Salat in eine Schüssel. Aber auch nur, wenn ich ganz viel gute Laune und genügend Zeit habe.

Kochen heißt bei mir: die Mikrowelle einschalten. Von Fertiggerichten bekomme ich nie genug. Aber noch lieber esse ich einfach ein belegtes Brot.

Es ist nicht so, dass ich nicht mit der Pfanne umgehen könnte. Wenn mich mein Bruder darum bittet, koche ich für ihn, was er möchte. Zum Glück bittet er mich nur selten darum. Meiner Meinung nach ist beim Kochen das Aufwand-Nutzen-Verhältnis nicht ausgewogen. Zehn Minuten essen heißt für mich: nicht mehr als zehn Minuten Zubereitungszeit. Und der Dreck muss hinterher auch beseitigt werden. Bei mir bleibt hingegen alles ordentlich, es wird gar nichts erst schmutzig gemacht. Lieber schaue ich anderen beim Kochen zu.

 



Carolin Aßmann*

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