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Interaktiv Schneckenhafte Szenen
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00:00 08.06.2017

Weil das ZDF am 3. Juni zur Hauptsendezeit das Champions-League-Finale übertrug, war’s im Grunde auch egal, was die anderen Sender zeigten. Möglicherweise aus diesen Gründen entschloss sich die ARD dazu, eine zwar hochwertige, aber chancenlose Filmproduktion zu zeigen, nämlich „Die geliebten Schwestern“ (ARD, 3. Juni, 20.15 Uhr). Dieser Film thematisierte die berühmte Menage à trois, in der sich Friedrich Schiller von 1788 bis zu seinem Tod 1805 befand. Also ein berühmter Dichter und die beiden schönen Schwestern. Was hier schon ein bisschen anklingt: Es ging um Literatur, um Geschichte und auch um ein bisschen Erotik. Die ARD servierte die verlängerte TV-Fassung, die es mit 170 Minuten Laufzeit mit jeder Fußballübertragung aufnehmen kann. Das gezeigte Geschehen hatte natürlich ihre Längen, aber langatmig war’s wohl damals auch, wenn zum Beispiel die Liebenden lange und ehnsüchtig auf den Erhalt ihrer Briefchen warten mussten. Nix da mit E-Mail oder Smartphone, damals verlief eine normale Affäre wegen der schneckenhaften Kommunikation wie in Zeitlupe. Auf diese Weise erklärten sich auch die fast drei Stunden Filmlaufzeit in diesem Liebesdrama. Und inzwischen hatten die Kollegen im ZDF auch gesendet, wer die Champions Leage gewonnen hat.

Später wollte 3sat noch was Spannenderes dagegensetzen: Nämlich „Cum on feel the Noize“ (3sat, 3. Juni, 0.15 Uhr), eine Musik-Doku zu folgendem Thema: Der Untertitel hieß

nämlich„Als der Rock zum Metal wurde“. Es ist schon erstaunlich, dass diese Metamorphose immer wieder thematisiert wird. Zu sehen sind 30 bis 50 Jahre alten Archivbilder von Rockmusikern, die nur das bestätigten, was man das Fazit dieser Entwicklung nennen kann: Als der Rock zum Metal wurde, war er längst langweilig geworden. Oder auch peinlich. Oder sogar beides.

Eine Erstausstrahlung eines Films aus dem Jahr 1963 – das ist eher selten im Fernsehen. Der Psychothriller namens „Schock-Korridor“ (Arte, 5. Juni, 22.15 Uhr) lief zudem mit Untertiteln, was man als deutscher TV-Konsument gar nicht mehr so gewohnt ist. Da ist hohe Konzentration gefragt und jeder Gang während des Films aus dem TV-Zimmer verlangt gutes Timing. Zudem spielt das Geschehen in einer amerikanischen Nervenheilanstalt, wurde aber nicht so langsam erzählt wie z. B. in „Einer flog übers Kuckucksnest“. Das war alles echt düster und schwarzweiß.

OZ

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