Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Interaktiv Treffen der Totalauskenner
Thema Specials OZelot Interaktiv Treffen der Totalauskenner
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 30.11.2017

Krimis, Kochen, Quiz. Das sind seit einer ganzen Weile die drei Standbeine des deutschen Fernsehens. Wie fühlt man sich eigentlich als Promi, wenn man in eine Quiz-Show eingeladen wird? Ist das ein sozialer Abstieg? Oder eine zusätzliche Ehre? Das hängt sicherlich davon ab, wie der Alltag des Betroffenen sonst aussieht, ob überhaupt noch Einladungen reinkommen. Das Mediengeschäft ist hart und vergisst schnell. Manchmal treffen sich die Eingeladenen, so wie bei „Der Quiz-Champion“ (ZDF, 23. November, 20.15 Uhr) wo sie als Rate-Experten sitzen: Wigald Boning (Ressort Erdkunde), Ulrich Wickert (Spezialgebiet Zeitgeschehen) und Steven Gätjen (Abteilung Film und Fernsehen). Um gegen all diese „Experten“ zu bestehen, müssen die Rate-Laien schon einiges an Wissen mitbringen, als Allrounder sozusagen. Daraus bezieht dieses Format Spannung. Etwas hilflos wirkt in der Runde der Superschlauen und Totalauskenner allerdings Johannes B. Kerner, der hier in einer dienenden Rolle steckt, er muss das Ding wegmoderieren. Das Format ist sicher preiswert in der Produktion und trägt in diesem Fall auch über mehrere Folgen. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit bekommt diese Sendung leider keine guten Noten: Man nimmt, wie aus etwa 90 Prozent des Fernsehens, nix mit.

„Alles Bluff?! – Die großen Hochstapler der Geschichte“ (ZDF, 26. November, 23.30 Uhr) widmete sich den tragischen Helden, die Geschichte geschrieben haben. Die falsche Anastasia, der Hauptmann von Köpenick, auch Karl May wurde in diese Kiste gepackt. Um so eine Dreiviertelstunde zusammenzubauen, war sicher nur ein gezielter Griff ins Archiv nötig, wo diese Hochstapler-Geschichten seit Jahrzehnten herumliegen. Interessanter wären dagegen die Betrüger von heute gewesen. Aber diese Sendung werden dann künftige Generationen schauen.

Immer wieder überrascht Denis Scheck mit jener Bildästhetik, die der Sendung „Druckfrisch“ (ARD, 26. November, 23.35 Uhr) zugrundeliegt. Eine ganze Crew kümmert sich um diese halbe Stunde, sogar ein Regisseur (Andreas Ammer). Hinter der Inszenierung verschwinden fast die Inhalte der Sendung, so wie das hübsche Doppelinterview mit Martin Walser und Rudolf Augstein. Die beiden, biologisch gesehen Vater und Sohn, sind wie gemacht für ein langsam erzähltes Literaturmagazin. Aber hier heißt es schnell wieder: Schwenk, Schnitt, nächstes Thema.

OZ

Anzeige