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Überraschungsprogramm für Nachtschwärmer

Überraschungsprogramm für Nachtschwärmer

Was alles so auf den Bildschirm kommt ... wenn wichtige Ereignisse in die Zeit nach Mitternacht verschoben werden

Es wurde spannend am vergangenen Sonntagabend, als sich die Jamaika-Sondierungsgespräche in Berlin überraschend in Luft auflösten. Zeitgeschichte live im Fernsehen! Da muss man einfach dranbleiben.

Während die ARD erstmal ihren Sonntagsspätfilm zu Ende bringen musste (der bis um 1.08 Uhr lief), luden andere Sender ordentlich durch: Das ZDF holte Nachrichtenmann Claus Kleber ins Studio zurück und begann mit einer etwas holprigen Krisenberichterstattung, auch Phönix machte endlich mal ein spannendes Live-Programm. Und der Nachrichtensender n-tv hatte sich ebenfalls mit Live-Übertragungen eingeklinkt. Dann wurde für 1 Uhr nachts noch eine Pressekonferenz mit Angela Merkel angekündigt, die das ZDF auch live sendete. Also hieß es für den Zuschauer bzw. wahlberechtigten Bürger: noch länger dranbleiben. Historische Ereignisse eben! Dann war’s nicht so weltbewegend, aber ein unerwartet spannender Fernsehabend am Sonntag. Obwohl die meisten Wähler zu diesem Zeitpunkt schon geschlafen haben. Ob es wirklich ein historischer Abend war, wird man erst in einigen Jahren genau einordnen können. Aber irgendwann könnte es heißen: „Wo warst du denn eigentlich in der Nacht vom 19. auf den 20. November 2017?“ Nun, vor dem Fernseher.

Apropos Nachtprogramm. Die Politik der Fernsehsender ist manchmal undurchsichtig oder auch nachlässig, was TV-Premieren angeht. Da setzte zum Beispiel das ZDF eine TV-Erstausstrahlung eines Woody-Allen-Spielfilms erst nach Mitternacht an. So kam „Blue Jasmine“ (ZDF, 21. November, 0.30 Uhr) als Bildschirmpremiere sicherlich nur einem kleinen Publikum zugute. Genau: Der Woody Allen – bekannt von „Bananas“, „Manhattan“ oder auch „Matchpoint“. Die großen Zeiten von Woody Allen sind vielleicht vorbei, aber für diesen Streifen (immerhin gewann Kate Blanchett für die Hauptrolle einen Oscar) wurde vor einigen Jahren wenigstens noch ein Sendeplatz um 22.15 Uhr freigeräumt.

Noch schlimmer erwischte es die Musikdokumentation „Black Sabbath – The End“ (WDR Fernsehen, 19. November, 0.50 Uhr), da musste der geneigte Zuschauer bis um 2.50 Uhr wach bleiben, wenn er das Ende dieser Rockband miterleben wollte. Okay, vielleicht ist für Fans von Black Sabbath die Zeit nach Mitternacht die beste Zeit. Aber es schauen ja auch noch andere musikinteressierte Leute zu. Das war wirklich zu spät.

OZ

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