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Multimedia Apps erleichtern den Camping-Urlaub
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00:00 11.05.2017

Ob kurzer Wochenendtrip ans Meer, ein Roadtrip durch Skandinavien oder eine Radtour entlang an der Donau bis nach Wien. Kaum werden die Tage wärmer, steigt bei vielen Deutschen mit dem Reise- auch das Camping-Fieber. In Zeiten von Smartphones und Tablets sind umständliche Klappkarten, schwere Atlanten und gedruckte Campingplatzführer passé – wenn man denn die richtigen Apps ins Smartphone-Gepäck packt.

Ein Klassiker auf längeren Reisen ist die Suche von Camping- oder Stellplätzen für Wohnwägen und Wohnmobile. Oft möchte man sich ja bei einem Trip mit vielen Ortswechseln nicht zeitlich festlegen und flexibel bleiben. Nele Landero, die zusammen mit ihrem Mann unter „camperstyle.net“ bloggt, hat hier bereits mit mehreren Apps gute Erfahrungen gemacht: „Wir selbst haben bisher vor allem Apps wie Womo-Stellplätze.eu, Park4Night oder Campercontact genutzt.“ Auch der ADAC bietet beispielsweise eine entsprechende App an.

Wer nicht nur auf Apps setzen möchte, dem können andere Camper im Netz helfen. Landero empfiehlt zu Fragen rund um Campingmöglichkeiten in Europa die Facebook-Gruppe „Stellplätze und Campingplätze Empfehlungen“ mit fast 20 000 Mitgliedern.

Welche Apps helfen unterwegs? „Sinnvoll ist es sicher, eine gute Wetter-App zu installieren“, sagt Kai Feyerabend, Herausgeber der Camping-Magazine „promobil“ und „Caravaning“. Und er rät zu Apps, die die jeweiligen Vorschriften des Reiselands übersichtlich auflisten.

„Was uns immer sehr weiterhilft, sind zum Beispiel die Dienste von Via Michelin mit dem recht guten Mautrechner, ,Rome2Rio’ oder ,FetchMyWay’ für die Planung von Reisen mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln sowie ,GoogleMaps’ für die Navigation und Umkreissuche“, sagt Landero. Außerdem empfiehlt die Bloggerin „Bike Citizens“ oder „Strava“

für Radtouren, „CityMaps2Go“ zur besseren Orientierung in Städten und die umfangreiche Anwendung „OsmAndMaps“ für Hotspots, Adressen-Suchfunktion und Offline-Karten. Hat man am Zielort sein Zelt aufgeschlagen, den Wohnwagen abgestellt oder beim Caravan das Vordach ausgezogen, kann das Smartphone ebenfalls helfen. „Von einigen Anbietern gibt es Apps, die wie eine Wasserwaage helfen, das Fahrzeug auszurichten“, sagt Feyerabend.

Sein Tipp: „Wer ein Maximum an Sonnenlicht auf seiner Parzelle möchte, der kann sich auch per App am Sonnenstand orientieren und dann gezielt sein Fahrzeug danach ausrichten.“ Wem der Fernsehempfang auch im Erholungsurlaub wichtig ist, der kann vor der Wahl seiner Parzelle mit einem Sat-Finder überprüfen, ob eine Baumreihe die Verbindung zum Satelliten versperrt.

Doch man sollte nicht nur auf die Funktionalität seiner Apps auf Smartphone und Tablet vertrauen. Christian Günther vom Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD) empfiehlt, dass der Nutzer eine App anhand seiner Verhaltensweise auswählen sollte: „Ist der Nutzer oft auf Campingplätzen mit Wlan, so kann durchaus eine App genutzt werden, die viele Daten aus dem Netz lädt.“

Ist bei den Reisezielen kaum Wlan verfügbar, solle der Nutzer Wert darauf legen, dass die Grundfunktionen auch ohne Internetzugang verfügbar sind.

Handy und Smartphone lädt man unterwegs mit einem 12-Volt-Stecker oder einem Kfz-Ladegerät für den Zigarettenanzünder mit USB-Ausgang. Auch spezielle Gadgets können das Campingerlebnis versüßen – entweder mit 12 Volt an die Autobatterie angeschlossen oder per Akku.

„Grundsätzlich sollten sich Einsteiger keine großen Sorgen wegen spezieller 12-Volt-Geräte machen, da auf fast allen Campingplätzen die Parzellen mit 230-Volt-Versorgung ausgestattet sind“, erklärt Feyerabend. Herkömmliche Geräte, wie Kaffeemaschine oder Radio, lassen sich so betreiben. „Sinnvoll für das Beseitigen von feinem Sand, den man vom Strand ins Fahrzeug trägt, kann jedoch ein kompakter 12-Volt-Handstaubsauger sein.“

Eine elektronische Kühlbox ist im Sommer praktisch, wenn man viel von Platz zu Platz unterwegs ist. „Hier ist empfehlenswert, dass die Kühlbox sowohl über das Auto – 12 V – als auch über übliche Steckdosen betrieben werden kann“, sagt Günther.

Generell gilt für Gadgets: „Spätestens nach dem ersten Urlaub merkt man, was wirklich benötigt wird und was nur unnötiger Ballast ist“, sagt Feyerabend.

Und da hilft dann auch ein Rat direkt vom Nachbarn: „Viele erfahrene Camper sind sehr hilfsbereit und haben notfalls auch das passende Utensil zum Ausleihen parat.“

Thomas Schörner

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