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Multimedia „Assassin’s Creed Odyssey“: Mit dem Dolch im Gewand
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15:00 13.10.2018
Auf in die Antike: „Assassin’s Creed Odyssey“ von Ubisoft Quebec führt ins alte Griechenland. Quelle: Ubisoft
Leipzig

Die Sonne scheint auf grüne Weinberge, farbenfrohe Fresken leuchten an den Wänden der Gebäude und die Menschen bewegen sich elegant in antiken Gewändern durch die Szenerie.

Die „Assassin’s Creed“-Serie erzählt historische Heldengeschichten in immer neuen Epochen. Sie platziert ungewöhnliche Charaktere in der Nähe großer historischer Ereignisse und lässt diese dann durch das ganze Land reiten, kämpfen und klettern.

Fast wichtiger als die zähen Handlungsstränge um Geheimbünde und Verschwörungen ist das Konzept hinter dieser riesigen Spielwelt. Die geschichtlichen Hintergründe wurden sorgfältig recherchiert. Zum jüngsten Spiel etwa wird später ein ernst gemeinter Museumsmodus erscheinen, der das blutige Action-Rollenspiel in ein Freilichtmuseum verwandelt. Auch ohne Mord und Totschlag ist diese Welt faszinierend.

Assassin's Creed Odyssey Quelle: Ubisoft

Wirklich zum Leben erwacht das alte Griechenland, wenn Menschen den Mund aufmachen. Dialoge in historischen Romanen klingen oft zu edel, geistreich oder umständlich. Hier fluchen und spotten die Menschen so wild wie heute. Altgriechische Einschübe helfen bei der Verortung – und ein Wertesystem, das sich deutlich von dem unseren unterscheidet.

Zu Beginn der Geschichte, im Jahr 431 vor Christus, bricht der Peloponnesische Krieg aus. Aber nicht nur feindliche Fraktionen, auch Räuber, Schurken und Kopfgeldjäger bekommen Speer und Schwert von virtuellen Kämpfern wie Alexios oder Kassandra zu spüren. Die Spieler dürfen sich aussuchen, ob ihr antiker Held männlich oder weiblich ist.

Wie andere Fortsetzungen auch, muss sich „Assassin’s Creed Odyssey“ allerdings fragen lassen, ob die Welt wirklich reif ist für ein neues Epos. Hersteller Ubisoft hat keine große Antwort auf die Frage, aber viele kleine: Diese Spielewelt ist neu, die Gespräche bieten erstmals Multiple-Choice-Antworten, das Kampfsystem hat sich etwas verändert, und erstmals bemerken die Menschen, wenn sie bestohlen werden.

Doch bereits im vergangenen Jahr hat „Assassin’s Creed Origins“ ein vergleichbares Historienepos in Ägypten geboten. Wer es komplett durchgespielt hat, war mehr als 100 Stunden beschäftigt. Dass jetzt eine ebenso umfassende Fassung mit ähnlichen Modi auf den Markt kommt, scheint übertrieben.

Wenigstens nächstes Jahr soll die Serie aussetzen, hat Ubisoft verraten. Es müssen ja nicht gleich Jahrhunderte sein – aber eine kleine Pause hat die Serie sich verdient.

Assassin’s Creed Odyssey“ (Ubisoft Quebec) für PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch und Microsoft Windows.

Von Jan Bojaryn

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