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15:25 07.05.2018
Seit diesem Jahr steht Stadtarchivarin Jana Behnke ein Overhead-Scanner zur Verfügung. Quelle: Edwin Sternkiker
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Ribnitz-Damgarten

Per Mausklick ins Stadtarchiv Ribnitz-Damgarten (Vorpommern-Rügen) und historische Dokumente downloaden, noch ist das Zukunftsmusik. Die Tendenz gehe aber eindeutig dahin, besonders häufig genutzte Dokumente einzuscannen und als Download im Internet bereitzustellen, erläutert Archivleiterin Jana Behnke.

Mit der Digitalisierung gehe es aber nicht nur darum, historisch Interessierten die Möglichkeit zu bieten, sich von zu Hause per Internet auf Spurensuche zu begeben. Sie soll auch dazu beitragen, besonders häufig genutzte originale Bestände für kommende Generationen zu erhalten. Dazu gehören unter anderem die Standesamtsregister, die die Geburten, Heiraten und Todesfälle dokumentieren. Sie werden vor allem von Familienforschern oft eingesehen. „Die häufige Benutzung führt allerdings dazu, dass sich diese Originalbände mit der Zeit abnutzen und auf Dauer Schädigungen eintreten. Mit der Digitalisierung könnte auf lange Sicht der Erhalt der Originalbände gesichert werden“, so die Stadtarchivarin.

Familienstammbaum von zu Hause aus erforschen

Immerhin habe sich bereits die Firma Ancestry, ein amerikanisches Unternehmen mit Sitz in München, im Stadtarchiv gemeldet. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Personenstandsdaten kostenlos zu digitalisieren und ins Netz zu stellen. Wer Angaben für die Familienchronik sucht, kann dann bequem von zu Hause aus weltweit recherchieren. Mindestens ebenso wichtig wie die Digitalisiering der Personenstandsregister wäre zum Beispiel auch die Digitalisierung von Bauzeichnungen. Viele von ihnen würden verblassen, so Jana Behnke.

Allerdings sei die Anfertigung digitaler Kopien sehr aufwändig. Denn letztlich müsse jedes Blatt oder auch Foto erst einmal einzeln in die Hand und zunächst eingescannt werden, bevor es dann digital archiviert werden könne. Von der Stadtverwaltung wurde dafür durch die Anschaffung eines Overhead-Scanners in diesem Jahr eine wesentliche technische Voraussetzung geschaffen.

Ein Prozent erfasst

„Unterm Strich ist bisher etwa ein Prozent der historischen Bestände des Stadtarchivs digitalisiert worden. Es gibt also noch sehr viel zu tun. Aber der Anfang ist gemacht“, erläutert die Stadtarchivarin. Am weitesten ist sie bei der Digitalisierung der Zeitungen, die für jeden Heimatforscher eine besonders wertvolle Quelle sind. Bereits vor Jahren waren alle Ausgaben des Stadt- und Landboten (1908 bis 1945) und ein großer Teil der ab 1952 in Papierform archivierten OSTSEE-ZEITUNG sicherheitsverfilmt worden, erläutert Jana Behnke. In einem zweiten Arbeitsschritt seien die Mikrofilme dann gescannt bzw. digitalisiert worden, sodass die Zeitungen an dem im vergangenen Jahr im Stadtarchiv eingerichteten Computerarbeitsplatz eingesehen werden können.

Zu den Prunkstücken des Archivs gehören das älteste Ratsbuch der Stadt. Verfasst wurde es in den Jahren 1610 bis 1613 von Caspar Warwegk. Ebenso wertvoll ist das Stadtbuch, das Aufzeichnungen von 1456 bis Mitte des 16. Jahrhunderts enthält. Sie wurden ebenfalls bereits vor Jahren auf Mikrofilm gesichert. Damit ist auch bei ihnen eine wichtige Voraussetzung geschaffen worden, dass sie zu gegebener Zeit digitalisiert werden können.

In Zukunft soll es mit Hilfe von Augias Express 5 auch möglich sein, sich Online über die Beständen des Stadtarchivs zu informieren. „Bevor es soweit ist, müssen aber auch hier noch viel Zeit und Arbeit investiert werden“, so Jana Behnke abschließend.

Große Verluste durch Stadtbrand

Die erste bekannte Erwähnung des Archivs der Stadt Ribnitz liegt aus dem Jahr 1751 vor. Große Verluste erlitt es durch den Stadtbrand 1759 und später durch Auslagerungen im Zweiten Weltkrieg. Das Archiv der Stadt Damgarten ist nachweisbar im 19. Jahrhundert. 1928 ist es bis auf wenige Stücke mit dem Rathaus verbrannt. Mit der Vereinigung von Ribnitz und Damgarten im Jahr 1950 wurden auch die Archive im Rathaus Ribnitz vereinigt. 1993 erfolgte der Umzug in das Gebäude Kloster 3.

Neben Sammlungen zu Persönlichkeiten der Stadtgeschichte, Vereinen und Firmen gehören auch Flurkarten, Bilder und Postkarten zum Bestand. Außerdem verfügt das Archiv über eine Reihe von Schülerverzeichnissen. Die Bauaktensammlung der Ribnitzer Innenstadt bietet einen Einblick in die Baugeschichte der Stadt. Der „Stadt- und Landbote“ (1908 bis 1945) und die „Ostseezeitung“ (ab 1952) sind dort ebenfalls archiviert. Auch ein Teil der seit 1876 in Deutschland geführten Register der Geburten, Hochzeiten und Todesfälle sind nutzbar. Im Archiv lagern die Register der Standesämter Ribnitz, Damgarten und Tempel.

Edwin Sternkiker

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