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00:00 09.08.2018
Mario Gleichmann (l.) bei seinem Vortrag über den Entwicklungsstand des WWS vor Minister Pegel (2.v.r.) und Stralsunder Akteuren des Projekts. Quelle: Foto: J.mattern
Stralsund

Die alte Stadtwaage, die zuletzt die Kinderbibliothek beherbergt hat, bekommt eine digitale Zukunft. Das Vorhaben heißt MakerPort – entlehnt vom Englischen Macher und Hafen – und ist ein erster praktischer Schritt hin zum geplanten Wirtschafts- und Wissenschafts-Campus Stralsund (WWS), dem künftigen Start-up und IT-Zentrum der Hansestadt.

Hinter dem Projekt steckt ein Zusammenschluss aus Hansestadt, Hochschule Stralsund (HOST), dem Verein IT-Lagune und Wirtschaftsförderung, der mit einem engen Verbund von Forschung und Wirtschaft die Informationstechnologie (IT) vorantreiben und so Arbeitsplätze am Sund schaffen will. Stralsund bekommt damit eins von fünf IT- und Start-up-Zentren, die die Landesregierung an den Hochschulstandorten in MV installieren will. Und dies möglichst schnell. So nahm sich am Dienstag Infrastruktur- und Digitalisierungsminister Christian Pegel (SPD) Zeit, sich im Gespräch mit den Akteuren in Stralsund über den Stand der Vorbereitungen des Projektes WWS am Sund zu informieren.

In der Stadtwaage stellte Heino Tanschus, OB-Stellvertreter, gleich zu Beginn klar, warum der MakerPort seine Heimat in dem alten Gemäuer an der Wasserstraße gefunden hat: „Es ist ein sinnvoller Standort in der Altstadt, gut erreichbar für Schüler und Studenten, ebenso für interessierte Stralsunder und Gäste der Stadt.“ Dazu kommt: Die Wirtschaftsförderung hat ihren Sitz eine Etage höher im Haus, was kurze Wege für künftige IT-Projekte verspricht. Und deutlich wurde, dass die Akteure mit dem MakerPort einen Anlaufpunkt geschaffen haben, der sofort funktionieren wird. Für den Bau des WWS, der seinen Standort im Dreieck zwischen Prohner und Parower Chaussee in Sichtweite der Hochschule haben wird, muss zunächst noch Baurecht durch die Bürgerschaft geschaffen, müssen Fördermittel eingeworben werden.

In der Stadtwaage kann sofort Digitalisierung zum Anfassen präsentiert werden. IT-Entdecker erleben etwa Drei-D-Drucker in Aktion, Schüler können damit arbeiten, Studenten an Gründungsideen tüfteln, sich mit Fachleuten dazu austauschen. Das alles lange bevor das WWS an den Start geht. So wird nicht nur das Interesse an Informationstechnologie geweckt und gefördert, sondern auf eine breite Basis gestellt. Projekte wie der IT-Schwimmunterricht oder die Bit Koeppe wenden sich direkt an Schüler und streben enge Kooperationen mit den Schulen an.

Mario Gleichmann, IT-Unternehmer und Chef des Vereins IT-Lagune, entwickelte in seinem Vortrag die Vision vom Wirtschafts- und Wissenschafts-Campus. „11000 Quadratmeter Fläche auf fünf Etagen sollen Platz bieten für IT-Firmen und Start-ups, für Büros, Tagungs- und Schulungsräume sowie eine gastronomische Versorgung“, erklärte Gleichmann. Dazu kommen so genannte Fab-Labs, das sind Labore, in denen Ideen auf ihre praktische Tauglichkeit geprüft und umgesetzt werden können sowie Creative-Co-Working-Stations. Arbeitsplätze, die etwa von Studenten und Existenzgründern zeitweise angemietet werden, um unter professionellen Bedingungen zu arbeiten.

Gleichmann geht davon aus, dass hier in drei Jahren 450 Leute arbeiten werden, davon 150 von außerhalb: „Das Interesse der IT-Firmen in Vorpommern am WWS ist groß und viele wollen ihren Sitz hier nehmen.“ Hauptgrund: An der Hochschule werden IT-Spezialisten ausgebildet. Unternehmer haben das Mitarbeiterpotenzial in Sichtweite und damit die Chance, sich ihre Fachkräfte aufzubauen.

Christian Pegel zeigte sich von den Bestrebungen begeistert, Schulen als Multiplikatoren für Digitalisierung einzubeziehen. „Das Interesse daran wird wachsen“, betonte der Minister. Sein Eindruck zum Stand der Umsetzung des Projekts: „Hier wird auf das gehört, was die IT-Szene denkt, die es hier eher gibt als etwa in Greifswald.“ Pegel empfahl, die Mittelstandsvereinigung und die IHK mit ins Boot zu holen sowie eine Betreibergesellschaft für das WWS zu gründen.

Über 168 Millionen Euro für neue IT-Zentren im Land

Das Land orientiert aktuell auf fünf IT- Gründerzentren an Hochschulstandorten in MV Dazu soll der 168 Millionen Euro schwere EU-Fonds für regionale Entwicklung um 50 Millionen Euro ergänzt werden, um damit ein positiveres Umfeld für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten zu schaffen.

Der WWS soll Startup-Zentrum und Brutkasten für junge IT-Unternehmen sein, in deren Nähe sich etablierte Firmen niederlassen, um gegenseitige Kooperationen zu erleichtern. Das Zentrum soll hochschulnah platziert sein, um Studenten, Absolventen sowie wissenschaftliches Know-how einzubinden.

Jörg Mattern

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