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Geschworene in neuem Patent-Prozess von Apple und Samsung ausgesucht

Telekommunikation Geschworene in neuem Patent-Prozess von Apple und Samsung ausgesucht

San José (dpa) - Der juristische Schlagabtausch im zweiten großen Patentprozess von Apple und Samsung in Kalifornien kann beginnen: Am Montag sind zehn Geschworene für das Verfahren ausgesucht worden.

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Der zuletzt etwas eingeschlafene Patentkonflikt von Apple und Samsung kommt wieder in Gang. Foto: Marcus Brandt

San José (dpa) - Der juristische Schlagabtausch im zweiten großen Patentprozess von Apple und Samsung in Kalifornien kann beginnen: Am Montag sind zehn Geschworene für das Verfahren ausgesucht worden.

Den Fall sollen sechs Frauen und vier Männer entscheiden, wie US-Journalisten aus dem Gerichtssaal berichteten. Mit Berufen wie Polizeimitarbeiter, Lehrer oder Klempner hat der große Teil der Geschworenen mit der in Kalifornien allgegenwärtigen Technologieindustrie wenig zu tun.

Apple wirft Samsung in dem Verfahren in San José die Verletzung von fünf Patenten vor. Unter den zehn betroffenen Geräten des südkoreanischen Smartphone-Marktführers ist das Smartphone Galaxy S3. Samsung nimmt im Gegenzug mit zwei Patenten neun Apple-Modelle ins Visier, darunter sind das iPhone 5 und das iPad 4.

Der Prozess geht auf eine vor gut zwei Jahren eingereichten Klage von Apple zurück und ist Teil eines weltweiten Patentstreits zwischen den beiden Branchen-Schwergewichten. Bei den Apple-Patenten geht es vor allem um Ideen zur Bedienung von Geräten wie die Wisch-Geste zum Entsperren des Bildschirms oder Eingabe-Hilfen beim Tippen. Im Hintergrund zielt Apple auf das Google-Betriebssystem Android, das den Smartphone-Markt dominiert.

Am ersten Tag zeigte sich auch, wie schwer es ist, in der Hochburg der amerikanischen Internet-Branche zehn Geschworene ohne tieferes Wissen über den Konflikt oder Verbindungen zu den beteiligten Unternehmen zu finden. Unter den zufällig ausgesuchten Kandidaten waren ein Mann, der 1000 Apple-Aktien besitzt, eine Frau, deren Neffe bei Google arbeitet, sowie eine Frau, deren früherer Arbeitgeber Samsung ebenfalls mit dem Vorwurf des Ideenklaus verklagt hatte. Eine weitere wurde abgelehnt, nachdem sie sagte, sie komme wie Apple aus Cupertino und sie sympathisiere mit dem Unternehmen.

Immerhin fand sich aber auch ein Mann, der erklärte, er sei so etwas wie ein Dinosaurier und wisse nicht einmal, was ein iPad sei. Die gut zwei Dutzend Geschworenen-Kandidaten wurden befragt, welche Geräte sie nutzen. Dabei kam heraus, dass viele ein iPhone von Apple oder Smartphones von Motorola verwenden und einen Fernseher von Samsung haben.

Am Dienstagabend europäischer Zeit soll der Prozess nun mit den Eröffnungsplädoyers weitergehen. Als erster Zeuge von Apple soll Marketingchef Phil Schiller aussagen. Mit dem für Softwareentwicklung bei Android zuständigen Hiroshi Lockheimer soll diesmal auch ein Google-Manager in den Zeugenstand gerufen werden. Beide Seiten haben jeweils 25 Stunden Zeit für ihre Argumente und die Befragung von Zeugen. Richterin Lucy Koh rechnet damit, dass die Geschworenen Ende April mit Beratungen über das Urteil beginnen können.

In einem ersten Prozess im Heimatstaat Kalifornien im Jahr 2012 bekam Apple von Geschworenen rund eine Milliarde Dollar Schadenersatz zugesprochen. In diesem Fall steht aber noch ein Berufungsverfahren an. Im neuen Verfahren wird Apple vermutlich erneut eine Milliarden-Summe fordern.

Samsung führt gegen Apple zwei technische Patente ins Feld. Unter den betroffenen Geräten sind das iPhone 5 und mehrere iPad-Modelle. Die Samsung-Forderungen dürften mit einigen Millionen Dollar drastisch niedriger als die von Apple ausfallen. Zugleich erwarteten Beobachter, dass Apple die Aufmerksamkeit der Geschworenen darauf lenken werde, dass Samsung beide Patente gekauft und nicht im eigenen Haus entwickelt habe.

Samsung musste kurz vor Prozessbeginn noch einen Rückschlag einstecken. Richterin Koh ließ trotz der Einwände des Smartphone-Marktführers ein Erklärvideo zum Patentsystem zu, in dem Apples iPhone, iPad und Macbook-Computer auftauchen. Das Video ist als Hilfe für die Geschworenen gedacht. Samsung argumentierte, Apple bekomme dadurch einen Vorteil. Die Richterin wies die Einwände ohne Begründung ab.


Bericht bei Blog Recode



dpa

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