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Multimedia Klausur im Funkloch: SPD sucht Zugang zur digitalen Welt
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00:01 02.02.2018
„Digitalisierung verformt unsere Gesellschaft.“ SPD- Fraktionschef Thomas Krüger, Christoph Bornschein, Minister Christian Pegel (v.l.). Quelle: Foto: Frank Pubantz
Basthorst

Fast kein Handy-Empfang in Basthorst: Zum zentralen Thema der Zukunft hat sich die SPD-Landtagsfraktion gestern dorthin begeben, wo die digitale Not am größten ist. Es geht um Chancen der und Ängste vor Digitalisierung. Gastredner: Christoph Bornschein, Experte für Kommunikation, Politik-Berater für den Aufbruch in eine Zeit, die längst da ist, von der MV aber kaum etwas hat. Am Ende wird die SPD-Welt nicht mehr sein wie zuvor.

OZ-Serie zur Digitalisierung

Wie viel Internet braucht ein Mensch? Dieser Frage

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warten müssen. Rufen Sie an (03 81 / 36 53 83) oder schreiben Sie uns: reporter@ostsee-zeitung.de

An die 50 SPD-Leute sitzen an einer u-förmigen Tafel. Tradition. Digitalisierung sei „die Erfindung der Dampfmaschine des 21. Jahrhunderts“, so Fraktionschef Thomas Krüger. Als Bornschein anfängt zu reden, wird die SPD selbst zum Sinnbild eines überholten Industrie-Zeitalters. Die Zukunft sei digital, erklärt Bornschein. Ein Nerd, Mitte 30, mit Brille, Bart und Hoodie. Eine Stunde sprudelt die virtuelle Welt aus ihm raus. Zu schnell für manchen im Raum. „Es wird Zeit anzufangen“, sagt Bornschein. Deutschland, Europa lägen im digitalen Wettbewerb weit hinter den USA, China, ja sogar afrikanischen Staaten zurück. Doch genau hier werde in der Wirtschaft künftig über Sieg oder Niederlage entschieden. China wolle bald „zehn globale Champions“ haben, Großkonzerne, die sagen, wo es langgeht. Das werde viele Jobs überflüssig machen. Die Digitalisierung werde die Gesellschaft verändern wie nichts zuvor, so Bornschein. „Die Marktmacht wird über die Geopolitik bestimmen.“ Über Werte und Leben anderer.

Es sei Zeit, dass auch deutsche Politik ihre „intellektuelle Flachheit“ zum Thema überwinde. Werde nicht umgesteuert, würden zunehmend Menschen „an der Wertschöpfung nicht mehr teilhaben“. Eine Gefahr dabei: Immer mehr vertrauten Halb- oder Unwahrheiten im Netz. Fake News. Ein Vorteil für Populisten, so Bornschein. Daher müssten Kompetenzen zum Umgang mit der digitalen Welt verbessert werden. Vor allem über die Bildung könne Politik steuern. Das alte „preußische Schulsystem“ sei überholt, Auswendiglernen nütze in einer Welt explodierenden Wissens nichts, etwa zu Daten des Dreißigjährigen Kriegs. Technische Helfer wie Siri und Alexa seien sowieso schneller. Bornschein wirft sogar die Frage auf, ob Schreiben mit der Hand obsolet wird? Das Bildungssystem werde „sich massiv umwälzen“. „Software is eating the world“, steht als Zitat an der Wand. Programme fressen alles.

Einspruch. Bildungsminsterin Birgt Hesse begehrt auf. Schreiben sei wichtig für die Entwicklung des Gehirns. „Wir sind eine Kulturnation“, wirft Andreas Butzki zaghaft ein. Die Technik könne nicht alles ersetzen. Christian Pegel, Minister für Digitalisierung, sieht das anders. Bornschein lächelt.

Und MV? Was soll werden aus dem Land, das bei Breitband-Ausbau sogar auf Platz 15 der Bundesländer rangiert? Bornschein sieht Chancen. In Excellence-Forschung an Universitäten mit Schwerpunkt Wirtschaft. In „co-working spaces“, vernetzten Zentren für digitales Arbeiten. Nerds säßen gern „in einem angenehmen Umfeld“.

Die SPD habe verstanden, sagt Krüger. Digitalisierung solle in diesem Jahr Top-Thema der Fraktionsarbeit sein.

Frank Pubantz

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