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Multimedia Kommt ab 2018 der „Internetführerschein“?
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22:02 01.04.2017
Ein digitales Dokument soll künftig die Nutzung von Online-Kommentaren regeln. Quelle: Archiv
Hannover/Rostock

Wir tun unser Möglichstes, um gegen Hatespeech und Verleumdung vorzugehen“, sagt ein Sprecher von Facebook. „Aber wir sehen auch unserer Nutzer in der Pflicht, sich an die Regeln zu halten. Die virtuelle Schulung soll den Usern einen Rahmen geben.“

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Die digitale Zulassung könnte sich vor allem auf die Kommentar- und Bewertungsfunktion auswirken. Wer eifrig auf Facebook kommentiert, wird um die Schulung kaum herumkommen: „Unser Plan ist es, dass Nutzer, die mehr als 20 Kommentare im Monat schreiben, die Lizenz erwerben“, heißt es bei Facebook. Das Unternehmen werde Nutzerprofile nach der durchschnittlichen Kommentaranzahl seit der Anmeldung auswerten und danach entscheiden, ob User den „Internetführerschein“ absolvieren müssen. Wer über die genannten 20 Kommentare pro Monat kommt, werde per Mail informiert. Für Betroffene, die sich jedoch weigern, die Lizenz zu erwerben, wird die Kommentarfunktion komplett gesperrt.

Bewertungen werden besonders rigoros überwacht

Weitaus rigoroser wollen Facebook und Google die Bewertungsfunktion ihrer Seiten überwachen: So sollen Kritiken, etwa für Ärzte, Restaurants oder Behörden, nur noch mit dem Führerschein verfasst werden können. „Uns erreichen täglich hunderte Beschwerden von Betroffenen, die sich durch negative Kritiken verleumdet und geschädigt sehen“, heißt es bei Google Deutschland. „Nur weil die Wartezeit beim Arzt die eigene Toleranzgrenze ab und an überschreitet, tendieren viele Nutzer dazu, äußerst negativ über eine Einrichtung zu schreiben. Dem wollen wir Einhalt gebieten“, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung von Facebook und Google.

Führerschein-Kosten liegen bei etwa 140 Euro

Wie der „Internetführerschein“ zu absolvieren sein wird, steht bisher nur skizzenhaft fest: Über digitale Schulungen sollen mindestens zehn Seminarvideos (á 190 Minuten pro Video) online gestellt werden, die die Nutzer in Gänze anschauen und analysieren müssen. Im Anschluss gibt es eine digitale theoretischen Prüfung in Form eines Multiple-Choice-Tests.

Wer diesen bestanden hat, wird zur praktischen Prüfung zugelassen. Dort müssen die Teilnehmer in einem von Google eingerichteten Testbereich drei Bewertungen (Behörde, Gesundheitseinrichtung und Gastronomie) verfassen. Der zweite Teil findet in einem Dummie-Bereich von Facebook statt: Hier müssen sich die Teilnehmer zu fünf verschiedenen Meldungen (zum Beispiel Einwanderungspolitik, Tierquälerei oder Memes) verhalten – in nicht mehr als 300 Zeichen. Laut Facebook-Sprecher wird dabei auch Rechtschreibung und Zeichensetzung bewertet. Der „Internetführerschein“ kostet einmalig 140 Euro.

Der „Internetführerschein“ wird lediglich als digitaler Ausweis ausgegeben. Aus der Personalausweis-ID generieren die beiden Unternehmen eine neue Kennung, die mitsamt einem TAN-Kennung, die per SMS verschickt wird, an den Nutzer ausgegeben wird. Wer in Zukunft Kommentare oder Bewertungen schreiben möchte, muss also einen extra Login für die jeweilige Funktion vornehmen.

RND

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