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17:35 13.04.2018
Beleidigungen, Gerüchte, Hasskommentare: Die Polizei steht in den sozialen Netzwerken vor großen Herausforderungen. Quelle: dpa
Dortmund

Beleidigungen nehmen zu. Schuld ist – natürlich – das Internet. Stimmt das? Auf den ersten Blick: Ja. Beleidigungen, einmal online gestellt, verschwinden nicht wieder, jedenfalls nicht automatisch. Ohne Löschung werden es also mehr und mehr. Weiter führen neue Techniken wie Social Bots dazu, dass Einzelne automatisiert viele Beleidigungen verbreiten können. Zudem lassen sich Posts anonym versenden.

Es gibt also gute Gründe, von einer Zunahme an Beleidigungen auszugehen. Die Kriminalitätsstatistik scheint das zu belegen. Die Zahl der Anzeigen ist von 152 282 im Jahr 2000 auf 234 341 im Jahr 2016 gestiegen. Allerdings erfasst die Statistik nicht die Dunkelziffer, und wahrscheinlich haben die nicht angezeigten Beleidigungen schon immer überwogen. Es könnte aber auch einfach eine größere Bereitschaft geben, überhaupt Anzeige zu erstatten. Kurz: Niemand weiß genau, ob sich tatsächlich mehr Menschen online als offline beleidigen. Allerdings ist durch das Netz die Wahrscheinlichkeit gestiegen, auf Hasskriminalität zu stoßen. Offline konnte man sich ihr besser entziehen. Die Tageszeitung ließ sich in Ruhe lesen. Dem Schimpfen anderer Leser entging man ebenso wie den berühmten Stammtischparolen.

Die Kommentarspalte oder Facebook-Seite machen jetzt aber beides sichtbar. Das ist neu, aber etwas anderes als der Beleg, dass im Netz immer mehr Menschen andere beleidigen. Dennoch bleibt – fatal genug – das Risiko, dass gerade die aggressiven Posts unseren Eindruck von der Netzkommunikation prägen.

Tobias Gostomzyk ist Professor für Medienrecht an der Technischen Universität
Dortmund.

Von Tobias Gostomzyk

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