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13:15 30.08.2018
Kaum ein Bürger in Deutschland nutzt den neuen Personalausweis für Behördendienste im Internet.  Quelle: Tim Brakemeier
Berlin

Kaum ein Bürger in Deutschland nutzt den neuen Personalausweis für Behördendienste im Internet. Zwar haben rund zwei Drittel den Ausweis im Scheckkartenformat, doch nur fünf Prozent besitzen auch das erforderliche Lesegerät.

Nur rund die Hälfte davon hat ihn auch schon einmal für Verwaltungssachen genutzt. Das geht aus einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der FDP-Bundestagsfraktion hervor. Der „Digitalisierungsmonitor“ soll künftig jährlich erscheinen.

Der neue Personalausweis wird seit 2010 ausgegeben. Auf einem Chip werden einige persönliche Daten, ein Foto und auf Wunsch auch Fingerabdrücke gespeichert. Mit Hilfe der persönlichen Angaben im Chip und einer PIN-Nummer kann man sich zum Beispiel gegenüber Behörden ausweisen und etwa seine Steuererklärung online einreichen, Bafög oder bestimmte Urkunden beantragen.

Dabei sind Online-Dienstleistungen von Behörden relativ populär. Mehr als die Hälfte der Internetnutzer hat solche Angebote schon einmal in Anspruch genommen. Viele Angebote wie Terminvereinbarungen oder die Online-Steuererklärung sind aber auch ohne den Personalausweis mit Chip nutzbar. Die meisten Menschen (44 Prozent), die keine Online-Behördenleistungen nutzen, sehen keinen Anlass oder Bedarf. 14 Prozent bevorzugen den persönlichen Kontakt, 12 Prozent bemängeln fehlende Angebote.

Drei Viertel der Befragten wünschen sich eine einheitliche Stelle im Internet, bei der sich alle möglichen Behördenangelegenheiten erledigen ließen.

Sorgen, dass die Digitalisierung ihren Arbeitsplatz gefährdet, haben nur 8 Prozent. Die meisten sehen die Digitalisierung - wie Forsa formuliert: den „Siegeszug der Computer, die Verbreitung des Internets und die vielen Möglichkeiten, Daten zu verknüpfen und zu speichern“ - gelassen. Für 45 Prozent überwiegen die Vorteile, für einen ähnlich großen Anteil (46 Prozent) birgt der digitale Wandel Vor- und „Nachteile und 8 Prozent sehen vor allem Nachteile.

„Das ist eine gute Nachricht“, kommentierte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Marco Buschmann, diese Haltung. „Wir glauben, man muss Digitalisierung gestalten.“ Die Bundesregierung gehe das Thema hingegen viel zu zögerlich an.

Die digitale Bildung kommt nach Ansicht der meisten in der Schule zu kurz. Mehr als zwei Drittel der Befragten einer aktuellen Forsa-Umfrage meinen, dass die politisch Verantwortlichen sich nicht genügend darum kümmern. Eine ähnlich hohe Zahl (72 Prozent) der Befragten hält Lehrer für den Einsatz digitaler Lern- und Lehrmethoden für nicht gut vorbereitet.

Die Lehrergewerkschaft VBE forderte daraufhin mehr Investitionen. „Es braucht eine digitale Infrastruktur, eine angemessene Ausstattung der Schulen mit Hard- und Software sowie Wartungsstellen und eine entsprechende Vorbereitung für die Lehrkräfte. Digitalisierung geht nicht nebenbei, es ist keine Freizeitaufgabe für Lehrerinnen und Lehrer“, erklärte der VBE-Bundesvorsitzende Udo Beckmann.

dpa

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