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Multimedia Post von Porath: Morgen hör’ ich auf – oder übermorgen!
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13:23 06.01.2018
Radiomoderatorin, Influencerin und Social-Media-Managerin mit Vorliebe für Mode und Accessoires: Julia Porath (31), perfekt gestylt in der Kröpeliner Straße, der Rostocker Haupt-Einkaufsmeile. Quelle: Daniel Spieker
Rostock

Rrrring, rrrring: Der Wecker klingelt. Ach nein, das ist ja der Wecker in meinem Handy. Ich bin wach! Bleibe aber wie immer noch so zehn Minuten im Bett liegen. Mails checken, Facebook durchscrollen, ein paar Instagram-Nachrichten lesen. Da ist er verpufft – mein guter Vorsatz 2018. Weniger am Handy hängen – mal wieder nicht geschafft. Sogar das heilige Bett nutze ich dafür. Und nicht nur morgens, auch abends vorm Schlafengehen beame ich mich die letzten Minuten vor der Traum- in die Online-Welt.

Start der neuen OZ-Serie „Post von Porath“: Radiomoderatorin, Social-Media-Beraterin und Influencerin Julia Porath bloggt – heute über gute Vorsätze.

„Schlimm“, denke ich mir oft. Aber manchmal lese ich auch Nachrichten – was in der Welt und im Land passiert, ist immerhin wichtig. Oder ich verschlinge einen wirklich interessanten Reiseblog – das ist ja fast wie Buchlesen, rede ich mir dann ein. Diese Digital-Diät funktioniert bei mir einfach nicht. Ich kann nicht ohne Handy und will es auch gar nicht. Sonst hätte ich es zumindest ja schon mal aus dem Schlafzimmer verbannt.

Alles Quatsch – also, diese vermeintlich guten Vorsätze. Und trotzdem passiert es immer wieder. Am 31. Dezember halten wir kurz inne, nehmen uns was Großes, Gesundes, Erfolgreiches vor und dann wird das nichts. Silvester war ich in meiner Heimat in Zingst. Inmitten Tausender Touristen direkt an der Seebrücke. Neben mir stand ein Mittvierziger und sagte zu seiner Frau: „Schatz! Nächstes Jahr nehm’ ich zehn Kilo ab.“ Sie nickte und lächelte ihn mitleidig an, als wollte sie sagen: „Ach, komm: Erstens solltest du 20 Kilo abnehmen und zweitens: Warum isst du dann gerade einen halben Meter Bratwurst?“

Ich mach' da einfach nicht mehr mit. Warum müssen wir ab einem festen Datum neu durchstarten? Das ist wie mit Diäten. Ab Montag gehen wir zum Sport und essen gesund – dafür schaufeln wir Sonntag für drei! Schöne Selbsttäuschung. Es braucht keinen Jahreswechsel, sondern echten Ehrgeiz und den können wir egal wann aufbringen.

Und sowieso – die Hürden zum neuen Jahr sind meist zu hoch: Will ich mehr Sport machen, ist das Fitness-Studio im Januar viel zu voll. Will ich weniger Fleisch essen, lädt meine Mama zum Sonntagsbraten ein – Letzteres ist gerade so passiert. Es gibt auch unendlich viele Apps, die uns angeblich rauchfrei, leichter und gesünder zaubern. Spart euch das Geld! Und übrigens: Welche App hält mich davon ab, weniger am Handy zu hängen? Wo wir wieder beim Thema wären.

Viele Grüße mit den besten Wünschen für 2018, eure #juliaporath

PS: Den Artikel habe ich mit meinem Smartphone geschrieben – 22.40 Uhr im Bett.

Aufgewachsen in Zingst

Geboren in Ribnitz-Damgarten, aufgewachsen in Zingst, acht Jahre in Süddeutschland gelebt – und jetzt Rostockerin: Julia Porath (31) ist zurück an der Ostsee und schreibt ab sofort in ihrer Serie „Post von Porath“ regelmäßig für die OZ. Porath ist Radiomoderatorin, Social-Media-Beraterin und Influencerin. Letztere sind Menschen, die in sozialen Medien großen Einfluss auf zahlreiche Abonnenten haben.

OZ

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