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00:00 04.01.2018
Mit der visuellen Programmiersprache Scratch können Kinder – hier Viertklässler während des Programmier-Unterrichts einer Grundschule – in kleinen Spielen vorprogrammierte Blöcke nach dem Baukastenprinzip zusammensetzen. Quelle: Foto: Karl-Josef Hildenbrand / Dpa

Programmieren kann kinderleicht sein. Mit Angeboten im Internet lernt man zeitlich flexibel. Interessierte müssen sich lediglich entscheiden, an welchem Programm sie arbeiten wollen.

Im Internet können Kinder und Erwachsene die wichtigsten Informatik-Kniffe spielend leicht lernen – teilweise geht das sogar kostenlos

Außerdem sind für Coding eventuell Programmiersprachen nötig.

Erwachsene können mit solchen Fähigkeiten beim Arbeitgeber punkten, Eltern in ihren Kindern die Begeisterung für Technik wecken und andere verstehen, wie eine Website aufgebaut ist. Es gibt zahlreiche Angebote zum Einstieg in die Programmierung für Kinder und Erwachsene, sagt Prof. Ulrik Schroeder, stellvertretender Sprecher des Fachbereichs Informatik und Ausbildung beim Verein Gesellschaft für Informatik.

Am meisten Spaß macht es aber, mit anderen Leuten zusammen zu lernen, ergänzt Ira Diethelm von der Universität Oldenburg. „Gerade in Großstädten gibt es Hackerspaces und Fablabs, in denen man sich mit anderen Interessierten kurzschließen kann.“

Für einen spielerischen Einstieg empfiehlt Ira Diethelm die Seite code.org. „Mit kleinen Logikrätseln und Programmierspielen werden hier Kinder ab vier Jahren an das Programmieren herangeführt“, sagt die Professorin für Didaktik der Informatik.

Statt einen richtigen Code zu schreiben, lernen die Kinder, in kleinen Spielen vorprogrammierte Blöcke nach dem Baukastenprinzip zusammenzusetzen. Auch die visuelle Programmiersprache Scratch basiert auf diesem Baukastenprinzip. Auf scratch.mit.edu können Kinder in einer angemessenen Programmierumgebung kleine Spiele coden.

Sogar Erwachsene lernen dabei etwas. Jeder kann sich beispielsweise den dahintersteckenden textuellen Code anschauen. „So entwickelt man ein erstes Verständnis dafür, wie Programmieren funktioniert“, sagt Diethelm. Der Haken: Nicht alle Angebote sind auf Deutsch verfügbar.

Wer eine professionelle Programmiersprache lernen möchte, sollte sich vorher entscheiden, mit welchem Ziel er Programmieren lernen möchte: „Jede Sprache ist für einen bestimmten Zweck entwickelt worden“, erklärt Ira Diethelm. Wer zum Beispiel lernen möchte, wie man eine Website programmiert, ist mit Javascript gut bedient. Ansonsten eignet sich für Einsteiger auch Python als Programmiersprache.

Online gibt es neben Foren, in denen Lernende sich untereinander austauschen können, auch Kurse. Dort bringen Profis den Informatik-Neulingen das Programmieren in Videos oder interaktiven Workshops Schritt für Schritt bei. „Vorab sollte man überlegen, wie man selber am besten lernt“, sagt Jessy Kösterke vom Fachmagazin „t3n“. Nicht jeder könne sich eine Stunde lang Tutorials angucken und alles behalten.

Diethelm rät in jedem Fall, zunächst die vielen kostenlosen Angebote auszuprobieren. Dazu gehört die englischsprachige Seite „W3Schools“. Dort werden HTML, CSS, Javascript, PHP und andere Sprachen mit vielen Beispielen und gut strukturiert erklärt. In einem browserintegrierten Editor kann man das Gelernte direkt ausprobieren.

Zu den bekanntesten Plattformen gehört „Codeacademy“. Nach der kostenlosen Anmeldung stehen Nutzern englischsprachige Workshops für HTML und CSS, Python, Javascript, Ruby und weitere Sprachen zur Verfügung. Viele interaktive Kurse sind kostenlos. Für 19,99 US-Dollar gibt es individuelle Coachings und Extra-Einheiten dazu.

Auch auf „Codeavengers“ gibt es Lehrgänge zu verschiedenen Themen und Programmiersprachen, die besonders anschaulich vermittelt werden. Wer beispielsweise den HTML-Kurs ausprobiert, programmiert Schritt für Schritt eine kleine Postkarte. Allerdings ist „Codeavengers“ ebenfalls englischsprachig. Neben Angeboten für Erwachsene gibt es auch Kurse für Kinder und Lehrer. Die Testversion ist sieben Tage kostenlos, die Vollversion kostet 29 US-Dollar monatlich.

Deutschsprachige Kurse gibt es dagegen bei „Udemy“. Neben einigen kostenlosen Angeboten zahlen Nutzer hier nicht monatlich, sondern für einzelne Kurse. Grundlagenkurse kosten um die 30 Euro. Bevor man einen Kurs belegt, kann man sich ausführlich über den Dozenten, die Länge des Kurses und den Lehrplan informieren.

Alle Angebote funktionieren direkt im Browser, zusätzliche Anwendungen müssen also nicht heruntergeladen werden. „Scratch“ und „Udemy“ sind als App für Android und iOS verfügbar.

Wer Programmieren lernen möchte, braucht außer grundlegenden Computerkenntnissen kaum Vorwissen. „Die englische Sprache zu beherrschen ist aber von Vorteil“, sagt Redakteurin Jessy Kösterke. Zum einen sind viele Angebote im Netz englischsprachig, zum anderen basieren viele Programmiersprachen auf dem englischen Wortschatz. „Auch Selbstdisziplin ist nötig: Nicht jeder hat Lust, sich nach Feierabend noch einmal an den PC zu setzen.“

Ein Teil der Software-Entwicklung

Programmieren (von altgriechisch „ prógramma“: öffentlich und schriftlich bekannt gemachte Nachricht, Befehl) bezeichnet die Tätigkeit, Computerprogramme zu erstellen. Das ist ein Teilbereich der Softwareentwicklung und umfasst vor allem die Umsetzung (Implementierung) des Softwareentwurfs in Quellcode sowie – je nach Programmiersprache – das Übersetzen des Quellcodes in die Maschinensprache, meist unter Verwendung eines Compilers. Programme werden unter Verwendung von Programmiersprachen formuliert („codiert“).

In eine solche Sprache „übersetzt“ der Programmierer die vorgegebenen Anforderungen und Algorithmen. Zunehmend wird er dabei durch Codegeneratoren unterstützt, die zumindest Teile des Programmcodes auf Basis von Modellen automatisch erzeugen.

Zu weiteren Aufgaben von Programmierern zählen zum Beispiel das Testen eines Programms oder das Erstellen der Softwaredokumentation. In vielen, insbesondere in kleineren Softwareprojekten verlaufen der Entwurf und die Erstellung eines Programms parallel.

Pauline Sickmann

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