Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Multimedia Snowden: Arbeit von Hackern war nie wichtiger
Thema Specials OZelot Multimedia Snowden: Arbeit von Hackern war nie wichtiger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:42 28.12.2017
Edward Snowden wird während des 34. Chaos Communication Congress per Video aus Russland zugeschaltet. Quelle: Sebastian Willnow
Anzeige
Leipzig

Whistleblower Edward Snowden hat die Hacker-Community zum kritischen Handeln aufgerufen. Ein Hacker sei jemand, der zweifle, der misstraue, sagte der 34-Jährige, der per Video zugeschaltet worden war, auf dem Chaos Communication Congress in Leipzig.

„Dieses Jahr hat bewiesen, wie wichtig unsere Skepsis ist.“ Snowden, der 2013 die NSA-Überwachung öffentlich gemacht hatte, befindet sich derzeit im Exil in Russland. „Unserer Arbeit war nie wichtiger.“ Die Welt verlasse sich auf uns.

Nachdem Snowden die massive Überwachung durch den US-Geheimdienst öffentlich gemacht hatte, organisierte der Menschenrechtsanwalt Richard Tibbo im Juni 2013 dessen Flucht aus dem „Mira Hotel“ in Hongkong, während US-Agenten ihn in der chinesischen Sonderverwaltungszone suchten. In Leipzig schilderte Tibbo, wie er Snowden bei seinen Mandanten, Flüchtlingen aus Sri Lanka und von den Philippinen unterbrachte. Schließlich sei dass der letzte Ort, wo nach ihm gesucht worden wäre.

Der Jurist wies aber auch darauf hin, dass sich die Situation der Flüchtlinge dramatisch verschlechtert habe, seitdem ihr Engagement für Snowden öffentlich geworden war. Die Unterstützungen seien drastisch gekürzt worden, außerdem seien sie von Ausweisungen bedroht. Einige Flüchtlinge, die ebenfalls zugeschaltet worden waren, bekräftigten aber, dass sie jederzeit wieder so handeln würden.

„Ich möchte, dass ihr Euch für einen Moment in diese Menschen hereinversetzt“, sagte Snowden. Es gebe so viele Leute, die schlechte Dinge über Flüchtlinge verbreiteten. „Es sind einige der besten Menschen, die ich in meinem ganzen Leben getroffen habe. Sie hatten nichts und sie haben alles riskiert. Und das für jemanden, den sie nicht einmal kennen.“

Als Snowden aus dem Publikum gefragt wurde, ob er in Hongkong offizielle Vertreter aus Russland getroffen habe, ging er nicht darauf ein und erklärte, die Frage nicht verstanden zu haben. Er wies aber erneut Vorwürfe zurück, dass er ein russischer Spion sei.

dpa

Mehr zum Thema

Soziale Spaltung, Kriminalität, ungelöste Flüchtlingsfrage - alles wird schlimmer, glaubt laut einer Umfrage die Mehrheit der Deutschen. Warum so viel Pessimismus im Wohlstandsland? Der Glücksfaktor ist ausgereizt, erklärt Zukunftsforscher Horst Opaschowski.

26.12.2017

Obdachlosenhaus bietet 20 Betten / Tagesstätte betreut mehr Menschen

27.12.2017

Ein Bild von einem fett lachenden Smiley ersetzt beim online Chatten viele Worte, ein Flugzeug-Symbol ist kürzer als das Wort selbst. Ein Konsortium wacht darüber, dass im Reich der Symbole Ordnung herrscht. Was kommt im nächsten Jahr neu ins Emoji-Arsenal?

27.12.2017

Nach zahlreichen Beschwerden und der Veröffentlichung einer umfassenden Analyse hat der Technologiekonzern Apple zugegeben, die Leistung älterer iPhones zu drosseln. Nun haben mehrere US-Nutzer Sammelklagen gegen das Unternehmen aus Cupertino eingereicht.

28.12.2017

Alljährlich in der letzen Dezemberwoche hält der Chaos Computer Club der vernetzen Gesellschaft den Spiegel vor. Der Hackerkongress ist schon wieder gewachsen und findet in diesem Jahr in Leipzig statt. Das Motto dagegen bleibt zeitlos.

27.12.2017

Hunderttausende neue Smartphones sind nach dem Weihnachtsfest in Kinderhänden. Der Markt für Spiele-Apps boomt. Viele davon finanzieren sich mit Werbung – die auf junge Seelen keine Rücksicht nimmt. Wer kontrolliert eigentlich, was Kinder und Jugendliche dort sehen?

27.12.2017
Anzeige