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06:37 09.10.2018
Ein derzeit weit verbreitetes Bild im Landkreis Vorpommern-Rügen: Kabel, die aus dem Edboden ragen. Quelle: Robert Niemeyer
Dettmannsdorf-Kölzow/Eixen

Es ist aktuell das größte Glasfaserprojekt Deutschlands. Die Deutsche Telekom will bis Ende 2019 rund 40000 Haushalte und Unternehmen in 63 Gemeinden des Festlandteils des Landkreises Vorpommern-Rügen mit schnellen Internetanschlüssen versorgen. 1700 Kilometer Glasfaserkabel wird das Unternehmen verlegen. 118 Millionen Euro Fördermittel von Bund und Land werden dafür investiert.

„Freud und Leid“

Doch der mittlerweile vielerorts gestartete Ausbau geht offenbar nicht völlig geräuschlos vonstatten. Nicht nur, dass sich die Gesamtfertigstellung wohl um ein halbes Jahr nach hintern verschiebt. „Der Ausbau verursacht Freud und Leid“, sagt Eixens Bürgermeister André Bonitz. Seit einigen Wochen sind die Baufirmen im Gemeindegebiet unterwegs. „Wir sind einerseits heilfroh, in absehbarer Zeit schnelles Internet zu haben, was unsere Gemeinde in eine andere Position versetzt.“

Allerdings ärgert sich Bonitz unter anderem über regelmäßige Störfälle. Mal lege ein durchtrenntes Stromkabel einen ganze Ortsteil lahm, mal erwischen die Baufirmen eine Telefonleitung. Auch Wasser- und Abwasserleitungen seien bereits beschädigt worden. „Ich gehe eigentlich davon aus, dass die Baufirmen wissen, was sie tun“, so Bonitz. Doch offenbar ist an mancher Stelle das Gegenteil der Fall. In Leplow beispielsweise wurde die Glasfaserleitung per sogenanntem Pressdruckverfahren unter einer Straße hindurch verlegt. Dabei riss die Straßendecke, die erst vor fünf Jahren erneuert wurde. „Es entstehen immense Schäden. Ich befürchte auch, dass ein großer Teil davon erst später auftaucht“, so Bonitz.

Kabel über Allee

Einen Schildbürgerstreich nennte Bonitz einen Fall in der Straße zwischen Forkenbeck und Stormsdorf. Dort hatte die Gemeinde vor einiger Zeit eine Allee gepflanzt. Nun werden hier die Glasfaserkabel als Freileitungen verlegt, und zwar direkt über den noch jungen Bäumen. „Die Bäume wachsen ja noch. Sollen die Kabel dann immer höher gehängt werden oder soll an den Bäumen herumgeschnitten werden?“, fragt der Eixener Bürgermeister.

Termin mit der Telekom

Auf Nachfrage bei der Telekom zu den Problemen in der Gemeinde Eixen heißt es, dass die Hinweise sehr ernst genommen werden. Bei einem gemeinsamen Termin mit Baufirmen und Bauamt sollen die Themen abgeklärt werden, teilte Telekom-Sprecher Georg von Wagner mit. „Beschädigungen im Rahmen von Baumaßnahmen sind immer ärgerlich, aber kommen immer mal wieder bedauerlicherweise vor“, so von Wagner, wobei von regelmäßigen Schadensfällen keine Rede sein könne. Zudem seien die Tiefbaufirmen verpflichtet, den Baugrund zu untersuchen. Für eventuelle Schäden haften dann auch diese Firmen.

Zum Thema Freileitungen heißt es, dass die Nutzung bereits vorhandener oberirdischer Leitungen laut Vertrag zwischen Telekom und Landkreis möglich ist. Neue oberirdische Leitungen würden jedoch nicht gebaut. „Aus unserer Sicht stellt sich daher eher die Frage, wer unter eine bestehende oberirdische Linie junge Alleebäume gepflanzt hat, ohne das mit dem Leitungsbetreiber abzustimmen“, so von Wagner.

Weiße Kacheln in Dettmannsdorf

Auch andernorts gibt es Probleme, die jedoch weniger mit der Bauausführung zu tun haben. „In diesem Punkt läuft bei uns alles reibungslos“, sagt Stefan Schmidt, Bürgermeister der Gemeinde Dettmannsdorf-Kölzow. Allerdings: Vor einiger Zeit, noch bevor das Glasfaserprojekt über den Landkreis Vorpommern-Rügen startete, hatte die Telekom im Ortskern von Dettmannsdorf ein eigenes Ausbauprojekt gestartet. Über das sogenannte Vectoring-Verfahren sollte der Ort schnelles Internet bekommen. Die dafür notwendigen Verteilerkästen stehen bereits. Doch seitdem ist nichts weiter passiert.

Und das führt dazu, dass nun der Glasfaserausbau das Vectoringprojekt überholt. „Es gibt im Ortskern zwei weiße Kacheln mit mehreren Grundstücken, die vom Landkreisprojekt ausgenommen sind“, erklärt Stefan Schmidt. Und das führt wiederum dazu, dass nun das Glasfaserkabel durch diese weiße Flächen führt, an den Grundstücken vorbei, die jedoch nicht angeschlossen werden. „Da führt das Kabel direkt an den Grundstücken vorbei, und die Anwohner haben nichts davon“, sagt Stefan Schmidt.

Projekt abgeschlossen?

Die Telekom bestätigte auf Nachfrage, in Dettmannsdorf im Auftrag der Bundesnetzagentur tätig gewesen zu sein. Ein Anschluss der Grundstücke aus diesem Gebiet an das Kreisprojekt sei nur möglich, wenn der Landkreis das zusätzlich beauftragt. Zudem könne jeder Grundstückeigentümer einen solchen Auftrag auf eigene Kosten erteilen.

Allerdings müssten das die betroffenen Haushalte in Dettmannsdorf laut Telekom gar nicht tun. „Die Maßnahme in Dettmannsdorf ist abgeschlossen. Damit besteht für circa 300 Haushalte bereits jetzt die Möglichkeit, Breitband-Anschlüsse zu buchen“, heißt es auf Nachfrage.

„Ich habe arge Zweifel, dass das stimmt“, sagt Stefan Schmidt. Die aufgestellten Schaltschränke seien leer. Informationen, dass das Projekt abgeschlossen sei, habe es bislang keine gegeben.

Niemeyer Robert

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