Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Multimedia Whitelists, Vine, Daten: Was die Facebook-E-Mails über das soziale Netzwerk verraten
Thema Specials OZelot Multimedia Whitelists, Vine, Daten: Was die Facebook-E-Mails über das soziale Netzwerk verraten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:03 06.12.2018
Mark Zuckerberg gerät nach der Veröffentlichung unter Druck. Quelle: Marcio Jose Sanchez/AP
Menlo Park

Es sind 250 Seiten, die britische Parlamentarier am Mittwoch veröffentlichen. 250 Seiten mit internen Unterlagen und E-Mails, die einen Blick hinter die Kulissen von Facebook erlauben und Licht auf eine Zeit werfen, in der Facebook sich viele Gedanken über das Geschäftsmodell mit Daten machte. Die Dokumente stammen vom App-Entwickler Six4Three, der in einen Rechtsstreit mit Facebook verwickelt ist. Veröffentlicht wurden sie vom Digitalausschuss des britischen Parlaments und dessen Vorsitzenden Damian Collins. Laut Facebook spiegelten die Unterlagen nicht die ganze Realität wider. Das Unternehmen und Facebook-Chef Zuckerberg reagierten mit Statements.

Zuckerberg hatte Bedenken bei Daten-Geschäftsmodell

Im Zeitraum von 2014 bis 2015 beschränkte Facebook den Zugriff von Drittanbietern und App-Entwicklern auf Nutzerdaten. Wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg selbst in einem Post beschreibt: Hätte Facebook diese Entscheidung ein Jahr früher getroffen, dann hätte sich Facebook den ganzen Datenskandal rund um Cambridge Analytica sparen können.

This week a British Parliament committee published some internal Facebook emails, which mostly include internal...

Gepostet von Mark Zuckerberg am Mittwoch, 5. Dezember 2018

Tatsächlich, das zeigen die Dokumente, war Zuckerberg von der Idee, zahlreichen Entwicklern breiten Zugriff auf Nutzerdaten zu gewähren, anfangs gar nicht so überzeugt. Das jedoch anscheinend weniger aus Datenschutzgründen: Zuckerberg habe darin kein Geschäftsmodell gesehen, berichtet Reuters – entschied sich 2012 aber dann doch dafür. Das erlaubte es schlussendlich einer Quiz-App die Nutzerdaten von 87 Millionen Facebook-Usern einzusammeln – der Beginn des Cambridge Analytica Skandals.

Facebook diskutierte Alternativen

Bei Facebook wurden auch noch andere Ideen diskutiert. Eine vorgeschlagene Alternative sei gewesen, von App-Entwickler Geld für den Zugang zu Daten zu verlangen. Zuckerberg schreibt in seinem Facebook-Post, dass man sich in dieser Zeit darüber Gedanken gemacht habe, wie der Übergang zur mobil-Version „wirtschaftlich nachhaltig“ sein könne. „Wie in jeder Organisation hatten wir viele interne Diskussionen und die Leute brachten verschiedene Ideen dazu ein“, so Zuckerberg. Facebook verkaufe keine Nutzerdaten, bekräftigte das Online-Netzwerk. Der Zugang zur Entwicklerplattform sei frei.

Facebook soll bestimmte Werbetreibende bevorzugt haben

Nachdem die Daten-Restriktionen 2015 in Kraft getreten waren, soll Facebook einige Unternehmen auf einen „weiße Liste“ gesetzt haben. Laut der Washington Post sollen rund hundert Apps spezielle Privilegien erhalten haben. Der Vorsitzende des britischen Digitalausschuss Collins schreibt, dass auch nach 2014/2015 bestimmte Unternehmen weiter den vollen Zugriff auf Daten von Freunden gehabt haben sollen. „Es ist nicht klar, ob dazu eine Einwilligung des Nutzers vorlag, noch wie Facebook entschieden hat, welche Unternehmen auf die Whitelist gesetzt werden sollten oder nicht“, schreibt Collins. Dazu gehörten zum Beispiel Netflix, AirBnB oder auch Lyft.

Laut Facebook soll es sich dabei aber nicht um die Daten von Freunden gehandelt haben, sondern nur um eine Liste der Freunde (mit Namen und Profilbild). Die „white lists“ sollten den Partnern außerdem unter anderem bei Plattformänderungen helfen.

Zuckerberg verbot Vine persönlich den Zugang zur Freund-Suche

Als Vine 2013 für iOS startete erhielt Facebook-Chef Zuckerberg eine E-Mail, in der ihm vorgeschlagen wurde, der App zu verbieten, Freunde über Facebook zu finden. Zuckerbergs Antwort: „Yup, go for it.“ Die E-Mail taucht in dem Dokument als Beleg dafür auf, dass Facebook aggressive Positionen gegen Apps einnahm, mit der Folge, dass die Verweigerung des Zugriffs auf Daten zum Scheitern führte.

Facebook wusste, dass Android-Änderung kontrovers sein würden

Facebook kann eine Liste der letzten Telefonanrufe und SMS auf Android-Smartphones erstellen. Auf diese Weise kann Facebook dann zum Beispiel „Personen, die du kennen könntest“ vorschlagen. Dass das eine kontroverse Funktion sein würde, war dem Netzwerk vor der Einführung anscheinend bekannt. Trotzdem wurde die Funktion – zu Gunsten potenziellen Wachstsums – umgesetzt: „Aus PR-Sicht ist dies eine ziemlich harte Sache, aber das Wachstumsteam scheint vorzugehen und wird es tun“, schreibt ein Mitarbeiter am 4. Februar 2015.

Der Vorwurf von Collings lautet nun, dass Facebook, um die schlechte PR zu mindern, geplant habe, es den Nutzern so schwer wie möglich zu machen, zu verstehen, dass dies eine der grundlegenden Funktionen des Upgrades sei. In seiner Antwort verweist das Netzwerk dagegen darauf, dass Nutzer dem Feature zustimmen müssten.

Onavo trug zum Kauf von Whatsapp bei

Laut Collins soll Facebook die Analyse-App Onavo genutzt haben, um herauszufinden, welche Apps Kunden weltweit nutzten – „anscheinend ohne ihr Wissen“. Das Wissen von Facebook soll im Gegenzug dazu genutzt worden sein, um zu entscheiden, welche Apps man aufkaufen wolle. Wie Buzzfeed berichtet, sollen die die internen Dokumente zeigen, dass Facebook durch die Hilfe von Onavo erkannt habe, dass Whatsapp zu einem gefährlichen Konkurrenten für den eigenen Messenger wurde. Im Februar 2014 kaufte Facebook WhatsApp. Das soziale Netzwerk behauptet, wer die App herunterlade, werde über sie aufgeklärt.

Von RND/asu

Schwerwiegende Sicherheitsvorfälle, die auf den Banking-Trojaner Emotet zurückzuführen sind, häufen sich. Weil er nicht nur Rechner, sondern ganze IT-Systeme lahmlegt, schlägt nun das BSI Alarm: Emotet stelle eine akute Bedrohung dar.

06.12.2018

Aus für Allo: Google stellt die Chat-App ein. Gegen die Konkurrenz von Whatsapp und Facebook Messenger konnte sich die Allo nie wirklich durchsetzen. Im April ist jetzt Schluss.

06.12.2018

Die Ära selbstfahrender Taxis hat begonnen: Unter dem Namen „Waymo One“ hat die Google-Schwesterfirma Waymo den Start ihres Robotaxi-Dienstes in der US-Stadt Phoenix verkündet. Noch setzt das Technik-Unternehmen allerdings auf menschliche Unterstützung.

05.12.2018