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Szene Alte Treter in luftiger Höhe: Schuhewerfen ist angesagt!
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00:00 27.03.2014
Ein Schuhbaum am Greifswalder Volksstadion. Quelle: Peter Binder

Einige Bäume, Laternen oder Strommasten in MV tragen neuerdings seltsamen Schmuck: Sie hängen voller ausgedienter Schuhe. Was die dort zu suchen haben? Junge Leute haben sie an den Schnürsenkeln zusammengebunden und hochgeworfen. Sie folgen damit dem Trend „Shoefiti“.

In Berlin oder Leipzig gehört diese schräge Form der Straßenkunst schon seit einiger Zeit zum Stadtbild. In Flensburg haben sich die über der Norderstraße baumelnden Schuhe sogar zu einer Art Touristenattraktion entwickelt.

In MV gibt es seit kurzem in Rostock und Greifswald „Schuhbäume“. Vor einigen Jahren baumelten auch mal Schuhe vor dem Kröpeliner Tor (siehe Foto). Herübergeschwappt ist der Trend aus den USA. Dort hat sich das Schuhewerfen zu einem regelrechten Sport entwickelt.

Zahlreiche Videos auf Youtube zeigen, dass es gar nicht so einfach ist, die Bäume oder Leitungen zu treffen. Oft brauchen die Werfer viele Versuche, bis sie treffen. Ist die „Sportart“ in den USA zwar am meisten verbreitet, soll sie ihren Ursprung in Schottland haben. Dort gibt es einen Brauch, nach dem die Männer ihre Schuhe ins Fenster hängen, sobald sie nicht mehr jungfräulich sind.

Shoefiti setzt sich aus den Worten „Shoe“ (dt. Schuh) und Graffiti zusammen. Hängen Schuhe im Baum, muss das allerdings nicht zwangsläufig mit dem Trend aus den USA zusammenhängen. In manchen Städten kennzeichnen sie auch Drogenumschlagsplätze.

Wer noch ausgediente Treter zuhause hat und sie gerne in irgendwelche Bäume oder sonstwohin werfen möchte, sollte das unbeobachtet machen. Es gilt nämlich offiziell als Ordnungswidrigkeit und wird mit einem Bußgeld bestraft.

Die Ämter verwarnen nicht ohne Grund: Schuhe werfen birgt auch Gefahren. Am Kottbusser Tor in Berlin etwa hätte es beinahe einen Unfall gegeben, weil ein Paar Schuhe auf die Windschutzscheibe eines Autos fiel und dieses eine Vollbremsung machen musste. In Berlin hängen viele Schuhe auch an Ampeln.



Nele Baumann

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