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Wie außerirdisch seid ihr?

Wie außerirdisch seid ihr?

Der OZelot ruft zum Alien-Foto-Wettbewerb auf / Wie stellt ihr euch fremde Wesen vor? Eine Maskenbildnerin des Rostocker Theaters zeigt euch extraterrestrische Gestaltungs-Ideen

Ob es Leben auf anderen Planeten gibt, darüber rätseln Forscher schon lange. Viele Regisseure, Autoren und andere Kreative haben ihr Fantasie da freien Lauf gelassen und die schrägsten Wesen per Computer-Animation, Stift oder Pinsel geschaffen. In Marterias Video „Aliens“ landen Außerirdische auf der Erde. Der Rapper trägt einen dunklen Overall, um den Hals eine Kette, um Brust und Hüfte Ledergürtel und um den Kopf ein Tuch. In manchen Szenen sind die Gesichter bunt verfremdet. Wirklich schräg sieht das nicht aus. Aber wer weiß auch schon, wie Aliens aussehen, wenn es sie denn gibt?

Die Rostocker Maskenbildnerin Marion Mühle ist es bei ihrer Arbeit gewohnt, Fantasievolles zu kreieren. Ein Alien war bisher allerdings noch nicht darunter. „Mir fällt da vieles ein, was sehr zeitaufwendig ist“, sagt die 53-Jährige. Künstliche Knochen etwa könnte man modellieren und dann schminken. Für den OZelot hat sie sich eine simplere Alien-Variante ausgedacht, die euch Anregungen geben kann, selbst kreativ zu werden.

Könnten Außerirdische eine bunt gestreifte Haut haben? Warum nicht, dachte sich Marion. Ihr Plan: Sie will den OZ-Mitarbeiter Tobias Bruns in ein buntes Wesen verwandeln. Bevor sie mit dem Schminken loslegt, klebt sie Streifen längs über sein Gesicht. Der Bart stört etwas. „Schauspieler müssten den in so einem Fall abrasieren“, sagt sie. Tobias darf gnädigerweise seinen haarigen Gesichts-Schmuck behalten. Die Flächen zwischen den abgeklebten Streifen malt die 53-Jährige mit einem Pinsel in verschiedenen Farben aus – ein Streifen wird pink, einer grün, einer gelb und einer blau. Marion arbeitet schnell und konzentriert. Es ist ihr anzumerken, dass sie es gewohnt ist, unter Druck zu arbeiten. Seit viereinhalb Jahren ist die 53-Jährige, die aus dem Rhein-Main-Gebiet herzog, beim Theater angestellt. Da muss es oft mal schnell gehen. Vor allem bei Stücken, in denen die Schauspieler sich oft umkostümieren müssen, bleibt nicht viel Zeit“, sagt sie. Ein aktuelles Stück, bei dem die Maske sehr aufwendig ist, sei das Musical „Shockheaded Peter“. Erzählt wird hier die berühmte Struwwelpeter-Geschichte von Heinrich Hoffmann – über den Jungen, der sich die Haare nicht kämmen und die Nägel nicht schneiden lassen will. Die Musical-Variante des Volkstheaters will allerdings nicht belehrend rüberkommen, sondern als schrill-groteske Variante – und dementsprechend schrill sind auch die Kostüme. „Da mussten wir uns richtig was einfallen lassen“, sagt Marion.

Vom Bühnen- oder Küstumbildner erhalten die Maskenbildner eine sogenannte „Figurine“. Das sind gezeichnete oder modellierte Entwürfe der Charaktere. Wie sie das dann genau umsetzen, ist den Maskenbildnern selbst überlassen. Schminken ist da nur ein Teil. Es werden auch Bärte gefilzt oder Perücken gehäkelt. „Wir arbeiten auch mit Gips oder schnitzen Styropor. Ich probiere gerne Neues aus und mag an meinem Beruf die Vielseitigkeit“, sagt Marion, während sie auf Tobias’ Ohr Hautkleber pinselt. Auf diese Klebeschicht kommt dann Blattmetall, damit es schön außerirdisch golden glänzt. Zu guter Letzt noch bunter Puder auf die Streifen – und fertig ist der Alien.

Leicht befremdet betrachtet Tobias sein Spiegelbild. Seltsam sieht es aus. Und das ist gut so. Schließlich heißt „Alien“ aus dem Englischen übersetzt „Das Fremde“.

Nele Baumann

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