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„Jetzt haben die Russen uns beschossen“

Ribnitz-Damgarten „Jetzt haben die Russen uns beschossen“

Über eine nächtliche Begegnung der besonderen Art mit Sowjetsoldaten berichtet Dr. Frank Ziller aus Damgarten.

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Dr. Frank Ziller aus Damgarten.

Quelle: Paula Mittermayer

Ribnitz-Damgarten. Im Laufe der Jahrzehnte hat es zwischen Einheimischen und „Russen“ viele Begegnungen gegeben, häufig sehr herzliche, manchmal sehr unerfreuliche, mitunter auch recht kuriose. Zu letzteren gehört eine Begebenheit, die Familie Ziller im Sommer des Jahres 1982 auf ihrer Parzelle in der Kleingartenanlage Recknitz in Pütnitz hatte.

Zur Schlafenszeit gegen 1.30 Uhr an einem Sonnabend klopfte es an der Scheibe der Gartenlaubentür. Im Mondschein waren zwei Soldaten mit ihrer geschultertem Kalaschnikow zu erkennen. Dass man des Nachts bewaffneten Besuch bekam, war nicht so ganz ungewöhnlich. Denn schließlich was das Küstengebiet der ehemaligen DDR, also auch Ribnitz-Damgarten, Grenzgebiet und deshalb waren auch Grenzkontrollposten der NVA unterwegs. Man hatte sich dann auch entsprechend auszuweisen.

Dr. Frank Ziller berichtet: „Die Tür wurde also mit einem unguten Gefühl geöffnet. Es standen aber keine DDR-Grenzsoldaten in der Tür, sondern zwei Wachposten der sowjetischen Flugplatzkontrolle. Der Sprache einigermaßen mächtig, war mir gleich klar, hier sollten illegale Geschäfte ablaufen. Die oft recht durstigen Soldaten hatten es auf Schnaps abgesehen, den sie gegen zwei Kanister mit Benzin bei uns eintauschen wollten. Dabei spielte auch ein altes Russenradio, was auch zum Eintausch stand.“

Die Wachsoldaten konnten abgewiesen werden und zogen dann auch zum Nachbarn ab. Frank Ziller: „Ein Vorfall, der noch gar nicht so spektakulär erscheint, wenn nicht in der Folge etwas Merkwürdiges passiert wäre. Ungefähr eine halbe Stunde später knallte es im Bad und Glas zerschellte sehr laut und für uns unüberhörbar. Die Frau schrie ‘Jetzt haben die Russen uns beschossen‘. Wieder in der Gartenlaube unterwegs, prüfte ich, dieses Mal etwas vorsichtiger, das Bad auf mögliche Einschüsse im Badfenster. Was ich dann sah, war ganz einfach nur eine Sektflasche, die infolge der Sommerhitze in unserer Dusche den Korken lautstark abgegeben hat und dabei zerschellte. Der Korken traf das Badfenster und dies gab die Innenscheibe auf die Badfliesen ab und verursachte so die vermeintlichen Schußgeräusche. Wir waren erleichtert und begaben uns etwas aufgeregt wieder zur Ruhe.“

 



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