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Beklemmend, spektakulär, überzeugend

Tatort-Blitzkritik: „Hydra“ (Dortmund) Beklemmend, spektakulär, überzeugend

Wenn man als Zuschauer ganz gebannt vor dem Fernseher sitzt und jegliche Ablenkung keine Chance hat, dann spricht das für eine sehr gute Story. Genauso war es bei diesem Tatort aus Dortmund.

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Die Schauspieler Anna Schudt (l-r) als Martina Bönisch, Stefan Konarske als Daniel Kossik, Aylin Tezel als Nora Dalay und Jörg Hartmann als Hauptkommissar Peter Faber bei Dreharbeiten zur „Tatort“-Folge „Hydra“ in Dortmund.

Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa

Dortmund. Wenn man als Zuschauer ganz gebannt vor dem Fernseher sitzt und jegliche Ablenkung keine Chance hat, dann spricht das für eine sehr gute Story. Genauso war es bei diesem Tatort aus Dortmund. Er war beklemmend, rauh, spektakulär, immer spannend und bot überraschende Wendungen.

Schon die Einstiegsszene in dem riesigen, stillgelegten Hochofenwerk stimmt ein auf die düstere Handlung, auf die Verlorenheit vieler Figuren. Die Story entwickelt einen Sog. Der Anführer der Dortmunder Neonazi-Szene, Kai Fischer, wurde ermordet, aber wer ist der Täter? Jedida Steinmann, deren Mann von Kai Fischer zu Tode getreten wurde? Oder ein Konkurrent aus den eigenen Reihen? Im finsteren und tristen Milieu tut sich das Team um die Kommissare Peter Faber und Martina Bönisch schwer bei der Suche. Jeder der vier hat viel mit sich selbst zu tun. Faber wütet und ätzt wie gewohnt, Daniel Kossik hat damit zu kämpfen, dass sein Bruder Tobias bei den Neonazis ist. Nora Dalay, die noch unter ihrer Abtreibung leidet, wird von einer Gruppe Neonazis brutal attackiert und gedemütigt. Sie sprühen ihr ein Hakenkreuz auf den Bauch. Nora ist traumatisiert, will das aber durch noch mehr Einsatz wettmachen. Am coolsten bleibt Martina Bönisch, wie meistens. Aber auch zwischen den vieren knallt es permanent, sprachlich fliegen die Fetzen. Danach gibt es Versöhnungsbier aus der Flasche. Das Team rauft sich zusammen.

Der verblüffende Schluss greift die V-Mann-Problematik auf, der Täter kommt schließlich aus den eigenen Reihen. Happy End? Fehlanzeige. Im Schlussbild fliegt die nächste Kugel durchs Fenster der Beratungsstelle von Jedida Steinmann, die Hydra lebt weiter.

Regisseurin Nicole Weegmann und Jürgen Werner, „Stammautor“ der Dortmunder „Tatort“-Folgen, ist ein überzeugender Krimi gelungen. Ihr Szenario ist authentisch, sie haben dafür bei Polizei und Verfassungsschutz recherchiert. „Tatort“-Fans bekommen reichlich geboten, nur die Dortmunder Tourismus-Werbung dürfte jetzt Probleme haben, die Stadt als Ziel für Wochenendtrips zu vermarkten.

 



Christian Risch

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OZ-Autor  Christian Risch  über den Tatort „Hydra“ aus Dortmund.

Wenn man als Zuschauer ganz gebannt vor dem Fernseher sitzt und jegliche Ablenkung keine Chance hat, dann spricht das für eine sehr gute Story. Genau so war es bei diesem Tatort aus Dortmund.

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