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Werften 900 Werftarbeiter melden sich arbeitslos
Thema Specials Werften 900 Werftarbeiter melden sich arbeitslos
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00:00 02.10.2013
Stralsund

Die guten Monate für den Arbeitsmarkt der Region sind vorbei. „Ab jetzt wird die Zahl der Jobsuchenden erfahrungsgemäß wieder steigen“, prognostiziert der Geschäftsführer der Stralsunder Agentur für Arbeit, Jürgen Radloff. In unserer vom Tourismus geprägten Region müsse man im Oktober mit den ersten Entlassungen in Hotels und Gaststätten rechnen.

Gestern konnte Radloff aber noch einmal — wie schon so oft in diesem Jahr — den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung verkünden. Im September sank die Arbeitslosenquote im Landkreis Vorpommern-Rügen im Vergleich zum Vormonat von 10,6 auf 10,4 Prozent. Damit sind derzeit 12 111 Männer und Frauen ohne Beschäftigung. „Schade, wir wollten eigentlich 2013 die Zehn-Prozent-Marke knacken, aber das müssen wir dann auf nächstes Jahr verschieben“, so Radloff.

Er weiß aber auch, dass spätestens ab November die Arbeitslosigkeit in der Region kräftig anziehen wird. Denn Ende nächsten Monats läuft die Transfergesellschaft für die Arbeiter der insolventen Volkswerft aus. „Bis Jahresende werden sich schätzungsweise 900 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet haben“, sagt er.

Eine spezielle Werften-Arbeitsgruppe mit fünf Mitarbeitern betreut die Schiffbauer in der Agentur. Bislang haben sich 550 ehemalige P+S-Beschäftigte zum 1. November arbeitslos gemeldet. Natürlich hoffen die meisten, unter einem möglichen neuen Investor wieder einen Arbeitsplatz auf der Werft zu finden, sagt der Geschäftsführer der Arbeitsagentur. Aber es gebe auch eine zunehmende Bereitschaft von Leuten, sich zu öffnen in Richtung eines Wechsels der Perspektive. Wobei das oft eine erhebliche Veränderung bedeutet, denn Arbeitsplatzangebote im Metallbereich gebe es vorwiegend in Bayern und Baden-Württemberg.

Radloff hofft wie alle in unserer Stadt, dass es dem Insolvenzverwalter gelingen möge, einen Käufer für die Werft zu finden, der auch möglichst viel Beschäftigung sichert. Sicher scheint, dass die Hansestadt in absehbarer Zeit den Makel der hohen Arbeitslosigkeit nicht los wird. Im Kreis ist Stralsund Schlusslicht mit 3990 Jobsuchenden (13,9 Prozent). Immerhin gab es zum Vormonat (14,1 Prozent) einen Rückgang um 80 Personen.

ali