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Kein „weißer Ritter“ in Sicht

Stralsund Kein „weißer Ritter“ in Sicht

Zum 11. Mal trafen sich am Montag Stralsunder zum Friedensgebet für die Volkswerft.

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Beim 11. Friedensgebet in der Marienkirche nutzten die Teilnehmer wieder die Möglichkeit, ihre Wünsche und Hoffnungen an eine Klagemauer zu heften. Fotos (3): Christian Rödel

Stralsund. „Die Zeit für Stralsund und die Volkswerft ist momentan sehr hart, aber es gibt ein klares Ja aus Schwerin und Berlin für den Erhalt des Schiffbaubetriebes“, sagte Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) am Montagabend beim 11. ökumenischen Friedensgebet in der Marienkirche.

Es ist ein frommer Wunsch aller Beteiligten, dass den Lippenbekenntnissen der Politik auch bald handfeste Ergebnisse folgen, die den unerträglichen Schwebezustand mit seinen Verunsicherungen für die Beschäftigten beenden könnten. Doch einen sogenannten „weißen Ritter“ in Form eines Investors für die Volkswerft scheint es bisher nicht zu geben — es herrscht eine beunruhigende Ruhe.

„Die Leute aus der Region müssen mit ihrer Hände Arbeit sich und ihre Familien ernähren können, dürfen nicht von Almosen des Staates abhängig sein“, meinte der katholische Pfarrer Andreas Sommer, der die Predigt hielt, in Anlehnung an die Apostelgeschichte um Paulus, der als Zeltmacher seinem Handwerk nachging. Die jetzt installierte Transfergesellschaft kann nach den Worten des Geistlichen nur eine Übergangslösung sein.

„Gutes und weniger Gutes liegen auf der Volkswerft momentan sehr nahe beieinander“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Jürgen Kräplin, dem das Schicksal der Berufsausbildung besonders wichtig ist.

Nach Kräplins Aussagen haben 24 junge Facharbeiter auf der Werft ihre Abschlusszeugnisse erhalten. Gerade drei von ihnen bekamen einen befristeten Arbeitsvertrag bis zum Ende des Jahres.

Kräplin fand drastische Worte für die Situation auf der Volkswerft. Das lässt den bitteren Ernst der Lage nur erahnen, denn der Betriebsratschef ist stets über den Verhandlungsstand mit potenziellen Investoren informiert.

„Ich wünsche mir, dass aus dem Friedensgebet bald ein Dankgebet wird und wir sagen können, dass es sich gelohnt hat, nicht aufzugeben“, meinte er als Ermutigung zum Abschluss seiner Rede.

„Die Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern klaffen immer weiter auseinander“, sagte Pastor Jürgen Kehnscherper, Bereichsleiter vom kirchlichen Fachdienst in der Arbeitswelt. Natürlich würden auch die Unternehmen im Wettbewerb unter Druck stehen, was angemessene Löhne anbetrifft. Es müsse Verständnis für beide Seiten aufgebracht werden und es dürfe nicht einseitig vermeintlichen Sündenböcken die Schuld zugeschoben werden.

 

Christian Rödel

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Stralsund
In der Stralsunder Marienkirche kamen zahlreiche Teilnehmer zum Friedensgebet zusammen, um ihre Verbundenheit zu zeigen.

Am Montag trafen sich in der Stralsunder Marienkirche wieder zahlreiche Teilnehmer zum inzwischen 11. Friedensgebet, um ihre Verbundenheit mit der Volkswerft zum Ausdruck zu bringen.

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